Starnberg am Freitag, ukrainische Grenze am Montag. đŸŒž

Die Ungewissheit, wann und in welcher Form ein ukraineverknĂŒpfter Auftrag fĂŒr unser MĂŒnchener Trio eintrudeln wĂŒrde, fand keine zwei Stunden nach dem Verfassen meines letzten Beitrags ein Ende.

Eine seit 2016 auf dem Gebiet der FlĂŒchtlingshilfe und Seenotrettung europaweit bekannte Organisation meldete sich telefonisch beim Grillplattenfreund (= durchgĂ€ngiger Hauptorganisator, in unserem Trupp derjenige mit der grĂ¶ĂŸten Erfahrung und dem grĂ¶ĂŸten Netzwerk, und problemlos mit Klarnamen in der Welt unterwegs 😉).

Als Teil eines großen Konvois aus Bussen und Vans sollten wir am Sonntagmorgen – HEUTE – in MĂŒnchen aufbrechen und ĂŒber Österreich und Ungarn (!) in die Slowakei fahren, um dort an der Grenze zur Ukraine so viele GeflĂŒchtete wie irgend möglich abzuholen.

Jedes am Konvoi beteiligte Team sollte aus mindestens zwei FahrerInnen und (= wenn möglich) einer weiteren Person bestehen, Check! đŸ˜ș, sich auf eine Reisedauer von bis zu vier Tagen einstellen, und dabei sehr gut ausgerĂŒstet sein, um alle zukĂŒnftigen WageninsassInnen umfassend mit Nahrung, Medizin, wĂ€rmenden Sachen und Hygieneartikeln versorgen zu können.

(Ein Teil der Liste und Bilder unserer Ausstattung folgen, der Veranschaulichung halber, im nĂ€chsten Artikel. 😇)

Weil sich dieser Konvoiauftrag unfassbar gut durchgetaktet, sicherheitsmĂ€ĂŸig super durchdacht und erfolgsversprechend anhörte – siehe: große, etablierte Organisation – sagte der Grillplattenfreund ohne Zögern zu.

„Ich glaube auch, dass unsere Ressourcen unter dieser Leitung am besten aufgehoben sind.“, pflichtete ich seiner Entscheidung im Anschluss bei.

(Der im Vergleich kleinere, aber ebenfalls toll strukturierte 🌞 MĂŒnchener Verein, der uns bereits einen Van fĂŒr alle EventualitĂ€ten hatte bringen lassen, reagierte bei der Inkenntnissetzung ĂŒbrigens wundervoll.

Anstatt in irgendeiner Form pikiert zu sein, in Richtung: „WIR gaben euch ein Auto, wieso schließt ihr euch jetzt diesen anderen Typen an?!“ meinten sie bloß: „Jau, alles klar, dann nehmt ihr unseren Van eben fĂŒr dieses Unterfangen.“

NatĂŒrlich, *aus rein pragmatischer Sicht* und das höhere Ziel im Blick, hĂ€tten sie gar nicht anders reagieren können. Wie gesagt geht es hier nicht um uns als Einzelpersonen. ABER: gelegentlich passieren solche gekrĂ€nkten Moves je trotzdem, selbst bei humanitĂ€ren Missionen.

Doch dieser Verein? Ein TrĂ€umchen. đŸ˜»)

Somit hatten wir plötzlich 1.) einer krassen Anfrage zugesagt, 2.) eine klar ĂŒberschaubare Struktur zu verfolgen (= kein Chaos mehr), 3.) dennoch nicht zu unterschĂ€tzende AdrenalinausschĂŒttungen, und 4.) ZEIIIIT.

Zeit, um uns innerlich auf einen klar definierten Startpunkt einzuschießen, Zeit, um davor noch einmal tief durchzuatmen, und Zeit, um seit meiner abendlichen Ankunft am Dienstag erstmals MĂŒnchen/MĂŒnchen Umland „gescheit“ zu genießen. 😼

(FortwĂ€hrend auf heißen Kohlen zu sitzen und gefĂŒhlt auf seinem ReisegepĂ€ck zu wohnen, lĂ€sst Unternehmungen, Sightseeing und anderweitigen Treffen schlichtweg. keinen. Raum.)

Daher tingelten der Grillplattenfreund und ich am Freitagnachmittag zum Starnberger See:

Es gab noch ausreichend Sonne.

Also kletterten wir ein wenig am Ufer umher.

Ziemlich klares Wasser, fand ich. 🙂

So. Mittlerweile, weil: SONNTAG, sind wir *lĂ€ngst* in MĂŒnchen losgedĂŒst und durchqueren gerade mit unserem vollgeladenen, vignettenversehenen Auto Österreich.

Der Grillplattenfreund reißt die erste Schicht als Fahrer ab, seine Vertraute sitzt/liegt schwarzteetrinkend auf der Beifahrerbank, und ich blogge fröhlich hinten rechts in der zweiten Sitzbankreihe vor mich hin. SelbstfĂŒrsorge (= in Form von „Bock auf die Berichterstattung“) und zudem Leerlauf bis zum ersten Konvoizwischenstopp.

Ich sehe mal zu, den Folgebeitrag direkt zu verfassen. Dann erhaltet ihr einen noch viel besseren Eindruck. Bis dahin! 🌾

VVN

P.S.: was wir vor dem Starnbergausflug aßen.

Ein paar warme Kartoffelpuffer mit random angebratenem Kochschinken. Die Kombi entsprang meinem essgestörten Hirn. đŸ€”

10 Kommentare zu „Starnberg am Freitag, ukrainische Grenze am Montag. đŸŒž

  1. Hallo Valentin,
    ich finde das toll das ihr das jetzt wirklich durchzieht. Und bei den diesmal getroffenen Organisation funktioniert eure Aktion mit Sicherheit. Ich bin stolz auf euch!
    Ich wĂŒnsche euch eine gute Reise.
    Liebe GrĂŒĂŸe
    Trude

    GefÀllt 2 Personen

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