Ausmisten. Im Kopf.

Der BewerbungsProzess war weltklasse. Von der ersten KontaktAufnahme. Bis hin zu der Mail, in der sie mir den Job anbieten. 

Und da steh ich nun.

Das Angebot ist gut. Rein finanziell deutlich besser als jetzt. Ich hätte mehr Verantwortung. Wechselnde Kunden und VeranstaltungsOrte. Jeden Monat eine garantierte FixSumme. Keine Unterschiede mehr von bis zu 500 € zwischen einzelnen Monaten. Viele Möglichkeiten mich auch in anderen AufgabenGebieten auszuprobieren. Ein tolles Büro im Grünen. 

Sogar einen groben Plan wie meine ersten sechs Monate verlaufen werden, haben sie mir schon geschickt. Es ist eines der wenigen Male, dass ich das Gefühl habe, dass sich die Menschen gegenüber Gedanken machen. Das man nicht wie eine Nummer behandelt wird. Fühlt sich gut an. 

Ich ärgere mich.

Heute (Mittwoch) hatte ich ein Gespräch mit meiner GebietsLeiterin. Ich wollte nochmal nachfragen. Welche Möglichkeiten es für mich gibt. Weiter zukommen. Den nächsten Schritt machen. Als stellvertretender BetriebsLeiter. 

Awarten. Es ist jederzeit möglich, dass ein weiterer Laden hier aufmacht. 

Oder.

Hamburg, Leipzig oder Dresden.

Ich ärgere mich.

Ich bin jetzt erst in der Lage die Initiative zu ergreifen. Weil ich besser weiß wer Ich bin. Als noch vor drei Jahren. Oder vielleicht auch zwei. Ich kann jetzt erst formulieren, dass ich weiter will. Viel mehr noch. Ich mache es nicht mehr abhängig von Dritten. Stehe selber für mich ein. Kommuniziere was ich möchte.

(Es fühlt sich absolut grandios an den vorangegangenen Absatz geschrieben zu haben. Mit Überzeugung. Ich bin stolz auf mich.)

Ich will nicht mehr warten. Auf ein vielleicht. Zu lange habe ich mich abhängig von Anderen gemacht.

In drei Wochen werde ich 35 Jahre alt. Habe ich Lust mir in einer anderen Stadt nochmal ein neues Leben aufzubauen? Wenn ich eher mit dem Gedanken spiele in die Heimat zurückzukehren. Das wäre mir. Ziemlich sicher. Zu viel. 

Julian Carax

P.s. Dieser Text ist heute Nacht entstanden. Nach der Arbeit. Der Drang war Mal wieder da. Brauchte es. Das Schreiben. Schon dabei lösten sich die Knoten in meinen Kopf. Danke, dass Ihr da seid und zuhört. 💖

14 Kommentare zu „Ausmisten. Im Kopf.

  1. Herzlichen Glückwunsch! Dann nochmal ein oder zwei Nächte drüber schlafen, und die Entscheidung fix machen. Das Neue klingt jedenfalls toll, während das Bisherige eher so eine „Warten wir mal ab!“ Sache zu sein scheint.
    Wenn’s dann nix wird, sitzt du fest. Du wirst schon die richtig Entscheidung treffen! LG Michael

    Gefällt 3 Personen

    1. Vielen Vielen Dank.

      Beim Schreiben des Textes habe ich die Entscheidung getroffen. Das war die beste Idee sich hinzusetzen und die Gedanken vor sich zu haben. Ich freue mich jedenfalls riesig auf den neuen Job. Zumal „Warten wir mal ab“ für mich nicht mehr in Frage kommt!

      Ich wünsche dir eine stressfreie Woche.

      JCarax

      Gefällt 1 Person

  2. Du kannst auch absolut stolz auf Dich sein, daß Du definiert hast, was Du willst – und was nicht. Letzteres ist sogar wichtiger.
    Das neue Angebot hört sich gut an, die Aussagen der Gebietsleiterin eher nach HInhalte- Taktik. Und ich denke, das hast Du nicht nötig.
    Liebe Grüße!

    Gefällt 4 Personen

    1. Mit der getroffenen Entscheidung im Rücken macht es doppelt Spaß Eure Kommentare zu beantworten. 🙂

      Danke für deinen (konstanten) Zuspruch. Dieses Gefühl stolz auf sich zu sein, war mir einfach zu lange fremd. Umso schöner ist es diesen Zustand jetzt bewusst wahr- und anzunehmen. Und von Außen bestätigt zu bekommen.

      Eine HinhalteTaktik habe ich wirklich nicht mehr nötig. Lust schon gar nicht darauf. Wirklich in Betracht gezogen, hatte ich nur den OrtsWechsel.
      Nach dem ich den Beitrag geschrieben hatte, kannte ich meine Entscheidung schon. Es hat so geholfen die KernGedanken auf den BildSchirm zu bringen. Daher geht es zwei Tage nach meinem Geburtstag auf in ein neues Abenteuer. 🙂

      Ich werde berichten.

      Ganz ganz liebe Grüße an Dich.

      JCarax

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  3. Du brauchst dich nicht ärgern Julian, dass du „erst“ jetzt die Initiative ergreifen kannst. Das du es tun kannst ist das Entscheidende, nicht das wann.
    Das neue Angebot klingt toll, und noch viel großartiger, wenn du die Hinhaltetaktik deines jetzigen Arbeitgebern direkt und frisch vor der Nase hast.
    Ich drück dich und wünsche dir alles erdenklich Gute.
    Bis bald
    Viele Grüße Sandra

    Gefällt 3 Personen

    1. Ihr seid Alle so toll und so lieb. Danke für deine Worte Sandra. 🙂

      Gelesen habe ich sie schon viel eher. Beantworten schaffe ich erst jetzt. Die HinhalteTaktik war keine Option mehr. Sie hätten es sehen können. Mich sehen können. Nun geht es in drei Wochen bei einem neuen Arbeitgeber weiter. Die vermitteln mir seit Anfang an ein gutes Gefühl. 🙂

      Den Drücker fühle ich gerade sehr. Du bekommst einen zurück. 🙂

      Viele liebe Grüße.

      JCarax

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  4. Diese Momente im Leben, wo sich der Weg gabelt … Ich würde nach dem Lesen deiner Texte für das neue Angebot stimmen. Man hat nur ein Leben, da sollte man die Chancen, die sich richtig anfühlen, ergreifen. In die alte Heimat kannst du immer noch, danach. Hey, du bist erst (!!!) 35! Alles Gute in jedem Fall bei deiner (!) Entscheidung, lieber Julian. LG Anke

    Gefällt 5 Personen

  5. Viel Erfolg nun! 🍀👍 …und nicht mit der Vergangenheit hadern! Ich habe mehrfache berufliche Resets und Neustarts innerhalb der letzten Jahrzehnte hinter mir – sowas ist heutzutage eigentlich fast schon normal. Und jedem neuen Anfang wohnte ein Zauber inne, der einem neuen Wind unter den Flügeln brachte! LG, h. 🙂

    Gefällt 3 Personen

  6. Ich finde „sich ärgern“ gut. Es zeigt: Da ist ein Antrieb, das ist Wille, ein Drang, weiter zu kommen…!
    Ob es klappt, wie Du es Dir vorstellst? Wird man sehen. Hängt von vielem ab – nicht nur von Dir. Wenn Wut das ist, ist weiterhin Kraft da. Und das ist gut!
    👍💚🍀

    Gefällt 1 Person

  7. Ich würde auch sagen: trau Dich, den Neuanfang zu wagen. Wenn die Bedingungen schon so toll sind, kann es nur besser werden, als das was Du bisher hast. Ich kenne diese Hinhaltetaktik, hab ich, leider, selbst lang genug mitgemacht. Und geändert hätte sich auch Jahre später genau nichts.
    Ich drück Dir die Daumen.

    Gefällt 1 Person

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