Ich habe gekündigt: Hintergrund.

Nicht unwichtig ist dazu noch Folgendes: wie Einige von euch schon wissen, habe ich meine tatsächlichen, biologischen Eltern nie kennengelernt.

Bereits im Alter von drei Monaten bin ich in eine Pflegefamilie gekommen, die aus exakt zwei gänzlich dysfunktionalen Leuten bestand, und in der 17 Jahre lang alles schief ging, was schiefgehen konnte.

Ich rede hier nicht von Meinungsverschiedenheiten oder gewöhnlichen, unumgänglichem Eltern-Kind-Konflikten, sondern von einem Ausflug einmal quer durch’s Strafgesetzbuch. Deshalb habe ich den Kontakt zu der Pflegefamilie ab Sommer 2012 absolut und konsequent eingestellt.

Die Entscheidung an sich war eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe: ohne jeden Zweifel– (!)

Trotzdem brachte sie mit sich, dass dort familiär *absolut niemand* mehr war.

An Geburtstagen, Ostern, Weihnachten und Silvester (= Feiertagen allgemein) fällt dieses *absolut niemand* besonders ins Gewicht, weil gefühlt JEDER mit Eltern, Onkels, Tanten, Großeltern, Nichten, Neffen, Cousins, Cousinen, Geschwistern oder inzwischen eigenen Familien zusammen ist… ICH aber diesbezüglich nirgendwo hin kann.

Mein Glück dabei ist, dass ich viele langjährige und loyale Freunde habe, die mich u.A. bereits seit 1998 durch allen Abfuck begleitet haben. Bei mehreren dieser Freunde „darf“ ich seit 2012 also über Weihnachten und Silvester jedes Jahr sein, dort mitfeiern und somit auch ein Stück normales Leben haben, obwohl bei mir sonst fast nichts normal ist.

Für keinen Job der Welt würde ich darauf verzichten. Auch für kein Geld der Welt.

Arbeit ist austauschbar und in einer Stadt wie dieser zudem vorhanden wie Sand am Meer – Zeit mit Freunden und geliebten Menschen dagegen ist wertvoll und durch nichts zu ersetzen.

Daran glaube ich fest. Deshalb: KÜNDIGUNG!!! 😆

VVN

2 Kommentare zu „Ich habe gekündigt: Hintergrund.

  1. Über einen Zwischenlink bin ich auf diesem Eintrag gelandet und nun hin- und hergerissen. Es ist für jemanden der eine sagen wir „normale Kindheit“ hatte schwer nachzuvollziehen, ja vielleicht sogar eine extrem furchtbare Vorstellung, so aufwachsen zu müssen – wie du es wohl leider erlebt haben musst. Und auf der einen Seite möchte ich mein Mitgefühl ausdrücken und auf der anderen Seite einfach hoffen, dass du immer das Beste aus deiner Lebensgeschichte machst und damit umso stärker daraus hervor gehst. Vielleicht schätzt man den Wert einer „Familie“ (und hier ist vorallem auch die Wahlfamilie, nicht die Blutsverwandtschaft gemeint) dann umso mehr.
    Die Vergangenheit war vielleicht nicht optimal bzw. schön, aber zum Glück lebst du dort jetzt nicht mehr, sondern im Jetzt und hast auch Einfluss auf deine Zukunft. Somit kannst du dir deine Familie, so wie du sie dir wünscht selbst erschaffen und es besser machen als deine Stiefeltern. Arbeite daran anderen Freude zu schenken und erlaube dir auch selbst in „familiärem“ Kreis Freude zu empfinden, du hast es auch verdient geliebt zu werden und es gibt sicher auch Menschen die das mit Sicherheit tun!

    Lass dich herzlich drücken und dir Mut und Zuversicht schicken!

    Ganz liebe Grüße!

    Gefällt 1 Person

    1. Dankeschön, liebe Yvonne! Für diesen langen Text, das Verständnis und all die guten Wünsche! 😊

      Du hast Recht, ich weiß meine Freunde und meine Wahlfamilie sogar unglaublich zu schätzen. Auch jetzt freu ich mich schon riesig, in zwei Tagen wieder bei ihnen sein zu können! Insofern habe ich immenses Glück im Unglück gehabt, und das Universum auf meiner Seite, trotz allem- (!)

      Auch damit, dass ich es nun selber besser machen kann, liegst du extrem richtig- Ich tue täglich mein Bestes, um für andere Menschen/Freunde selbst ein Zuhause zu sein- Und sei es „nur“ ein inneres, gefühltes. 🙂

      Eine herzliche Umarmung zurück, dir natürlich ebenfalls ganz viel Liebe und die beste Zeit!

      Bis bald: VVN 😊

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