Wandel der UnterhaltungsIndustrie Teil II.


Die Rollen ändern sich. Während das Fernsehen bis vor zwanzig Jahren noch die absolute mediale VormachtStellung inne hatte, sind es heute diverse StreamingDienste, welche an dieser kratzen. Mehr noch. Sie liefern sich einen Kampf um die Vorherrschaft. Um die Gunst der Bürger. Diese haben die Wahl. Meistens.

Das Fernsehen war halt schon immer da. Die anderen Dienste punkten mit Flexibilität und einem mega Angebot. In dem “altmodischen” Ding hat man (noch) alles drin. Gerade im SportBereich werden die Lücken aber größer. Bei den Emporkömmlingen muss man sich das so zusammenbasteln, wie es für einen am Besten ist. Zwei Passwörter braucht man mindestens

Den billigsten StreamingDienst gibt es für fünf Euro im Monat. Bei sky, so scheint es, ist nach oben hin keine Grenze gesetzt. Gerade drängt sich mir die Frage auf, wie sky eigentlich zu betrachten ist. Fernsehen im klassischen Sinne ist es nicht. Aber ein StreamingDienst doch auch nicht wirklich, oder? Damit müssen wir uns nochmal beschäftigen.    

Fürs Fernsehen zahlt man monatlich 17,50 Euro. Also nicht man, sondern jeder Haushalt. Die RundfunkGebühren. Eines der LieblingsStreitThemen der Deutschen. Die Kritik an dieser “ZwangsSteuer” ist berechtigt. Ob man diese aber mit der KirchenSteuer gleichsetzen muss, stelle ich in Frage. 

Für mich steht fest, dass diese Gebühren eine elementare Säule unserer Demokratie darstellen. Und das nicht nur im TV. So bereichert Funk schon seit fünf Jahren die InternetLandschaft. Dieses Jahr wurde das sogar mit einem Bundesverdienstkreuz honoriert.

Wenn wir uns schon im Internet befinden, muss man auch gleich auf YouTube schauen. Irgendwie schon immer da, seit es das Internet gibt. Dokus, Interviews, MusikVideos, Let’s Plays, MiniSerien und eigentlich alles. Bis auf Pornographie. Kostenlos. Irgendwie. Aber Youtube Premium gibt es auch. Dann ohne Werbung. Diese hat merklich zugenommen. Kommt einem schon fast so vor als wäre man bei den Privaten im TV.

Soweit der Status Quo.

Das Internet wäre aber nicht das Internet, wenn nicht schon die kommende Entwicklung in der Mache wäre. Aus den Tiefen einer Nische, die keine Nische mehr ist, drängt schon das Nächste. Spielerischer, interaktiver und frei von Konventionen herkömmlicher Unterhaltung.

Twitch.

Eine Plattform von Gamern für Gamer. Die Einen spielen und die Anderen gucken zu. Zwischendurch wird sich ausgetauscht und diskutiert. Via Chat. Mit allen. Nicht selten dürfen die Zuschauer auch aktiv Entscheidungen mitgestalten, wie zum Beispiel die Wahl oder das Aussehen der Charaktere. Der elementarste Unterschied zum Fernsehen oder zu StreamingDiensten. Einbindung aller. Interaktivität. Zugehörigkeit. Gerade im Jahr 2020 ein nicht unwesentliches Bedürfnis. 

Begünstigt durch die Einschränkungen im Zuge der CoronaPandemie wurden so weltweit von Juli 2020 bis September 2020 4,7 Milliarden Stunden LiveStreams auf Twitch angesehen. Eine wirklich beachtliche Zahl.

Es sind auch nicht mehr nur die klassischen VideoSpieler, die diese Plattform nutzen. So kann man Kaya Yanar dabei zusehen, wie er mit Freunden das gerade sehr beliebte Spiel „Among Us“ spielt. Oder man verbringt den Abend mit dem Fußballer Max Kruse bei Poker und WasserPfeife. Die Möglichkeiten scheinen grenzenlos.

Warum ich denke, dass das die Zukunft ist und was Sido damit zu tun hat, verrate ich Euch am Mittwoch.

Bis dahin wünsche ich Euch eine gute Zeit und heute einen besinnlichen dritten Advent.

Julian Carax

14 Kommentare zu „Wandel der UnterhaltungsIndustrie Teil II.

  1. Rundfunkgebühren….. grrr….8 Milliarden und dann noch eine Erhöhung verlangen….Ich denke, sie sollten etwas besser haushalten oder eben die abschalten, die nicht schauen wollen, wie ich 🙃 wenn das System umgekehrt wäre, erst Freischaltung nach Zahlung, sähe die Sache ganz anders aus.
    Dazu all die Streaming Dienste….es wird immer teurer.

    Gefällt 3 Personen

    1. Wie ich in meinem Text bereits erwähnt habe, kann ich die Kritik an den RundfunkGebühren in einigen Punkten nachvollziehen.
      Dennoch glaube ich, dass man verlangen auch mit brauchen ersetzen könnte. Wenn man sich zum Beispiel die steigenden Kosten für FernsehRechte an SportVeranstaltungen ansieht. Aber ich stecke auch nicht all zu sehr in der Materie drin, als das ich jetzt hier große wirtschaftliche Abhandlungen darlegen kann. Vielleicht sollte ich das in Hinblick auf weitere Diskussionen ändern?!

      Wenn das System umgekehrt wäre, dann hätten wir keine öffentlichen Rechtlichen mehr. Nicht in der Form als das es weiterhin eine tragende Säule unserer Demokratie darstellt. Dieses Szenario finde ich persönlich nicht sonderlich erstrebenswert. Gerade in Zeiten von TelegramGruppen.

      Liebe Grüße

      JCarax

      Gefällt 2 Personen

      1. Da stimme ich Dir zu……. Aber solche Mengen an Geld so zu verschleudern, missfällt mir ungemein. Dazu zeigen sie auch Werbung…. 5 Euro im Monat reichen auch. 😁
        LG B.

        Gefällt 2 Personen

  2. I’ve mentioned it before, that i haven’t been keeping abreast with the leaps and bounds of the entertainment industry at all. Only when it hits me that i can’t catch live sporting broadcasts do i realise the limitations of my TV package which in itself is expensive enough.

    Gefällt 2 Personen

  3. Erinnert mich an meine Kindheit im Internat:
    Ein C64 (Commodore-Spiele-Computer), zwei Spieler und zehn Zuschauer dahinter…
    War oft die interessanteste Freizeitgestaltung, die möglich war.
    Irgendwie hat sich in den letzten 40 Jahren anscheinend doch nicht soviel geändert…
    😉😁🤗

    Gefällt 3 Personen

    1. So habe ich das Ganze noch gar nicht betrachtet. Danke für den Denkanstoß.
      Auch wenn ich nie auf einem Internat war, kenne ich solche Situationen auch nur all zu gut. Natürlich ist die Grafik um Weiten besser geworden und man kann mehr Menschen erreichen. Runtergebrochen ist es aber noch immer wie früher.
      Ich buche das jetzt mal unter etwas Positivem ab. 2020 ist ätzend genug.

      Liebe Grüße

      JCarax

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