Immer die Ernährung.

Durch unseren gastronomiebedingt absolut verschobenen Tagesrhythmus sind auch unsere Essgewohnheiten komplett im Jenseits.

Frühstück ist das, was zwischen 16:00 und 18:00 passiert – und ein Abendessen gibt es nach der Schicht gegen zumeist 03:00/04:00 morgens.

Haben wir nicht frei, dann essen wir zudem nicht nur zu seltsamen Zeitpunkten, sondern auch ungesund schnell. Ein in 20 Minuten heruntergeschlungener Burger oder eine Pizza „Quattro Formaggi“ mit scharfer Salami sind dann zwar sättigend, aber eben bloß Notwendigkeit. Mit Genuss oder gar Esskultur hat das nichts zu tun.

Dabei bin ich persönlich jemand, der gerne langsam isst und sich Zeit nimmt, seine Mahlzeiten auch zu zelebrieren.

Erstens, weil es für mich immer etwas mit einer wertschätzenden Geisteshaltung zu tun hat.

Überall auf der Welt verhungern Menschen, oder haben es bei Weitem nicht so gut wie wir. Wenn ich mich also (an einem freien Tag) hinsetze und man mir Brisket, Ribs und Mexican Streetcorn vor die Nase stellt, dann möchte ich dazu auch die nötige Ruhe, um das Ganze bewusst zu mir nehmen.
Selbst völlig unreligiös motiviert kann ich hier von „Dankbarkeit“ sprechen.

Zweitens stehe ich phasenweise noch immer mit mindestens einem Bein in der Anorexie. Auch dann will ich nicht schlingen. Ich finde es grässlich.

Momentan blicken Herr Carax und ich vier weiteren Spätschichten entgegen.
Das bedeutet im Klartext: vier weitere Tage, an denen wir uns Gott weiß wann gehetzt ernähren müssen, als ob’s um unser Leben ginge – was es nichtmal tut.

Es ist nicht schön. Irgendwo ist es auch auf mehreren Ebenen nicht richtig. Essen ist was Wertvolles. Die Zeit dafür zu haben, genauso.

VVN

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