Arztbesuche. Stets ein Spaß.

Stand der Dinge: zweites (kleines) Blutbild unauffällig. Ultraschall der „restlichen“ Lymphknoten in Oberkörper und Leistengegend unauffällig.

Deshalb sind Wolf, der Herr Carax und ich vorerst beruhigt(ER als gestern um diese Zeit), aber die Lymphknotenschwellung und die fette Entzündung in meinem Hals zeigen sich weiter deutlich. 🙄

Die Ergebnisse des großen Blutbildes trudeln dann kommende Woche ein – bis *mindestens* dahin bleibt die Ursache meines Zustandes ein großes Rätsel und spannend für alle behandelnden ÄrztInnen. Was mir irgendwie immer wieder passiert, aber darum wird es in diesem Text nicht gehen.

Sondern darum, wie Arztbesuche (= besonders bei Neuvorstellungen) stets volles Brett zutage fördern, was eben doch alles eeetwas anders ist. 😮

Allein solche Fragen, wie: „Gibt es Familienangehörige, die wir im Fall XYZ kontaktieren können?“

„Nein. Im Gegenteil! Es gibt Familienangehörige und Leute, die auf keinen Fall kontaktiert werden dürfen! Wäre es gut, wenn ich *DAS* explizit angebe?“

„Nein, das brauchen Sie dann nicht. Ohne Ihre Einwilligung geben wir keine Informationen an Dritte raus.“

„Yo. Eigentlich weiß ich das, aber ich musste das von Ihnen hören und frage bei sowas notfalls lieber doppelt und dreifach nach.“

(Zumal die ärztliche Schweigepflicht in meiner Gesamtgeschichte früher bereits oft genug gebrochen wurde. Und sowieso… Ist das keine Standardunterhaltung. 😒)

Dann: „Wenn ich hier klopfe oder drücke, haben Sie Schmerzen?“

„Ich, öh, kann das absolut nicht ’normal‘ einordnen. Ganz ehrlich. Ich funktioniere auf dem Gebiet nicht wie viele andere Menschen. Sagen wir so- Es ist… Unangenehm?!“

(Denn, ey. Wenn man ständig in verschiedenstem Zusammenhang Schmerzen aushalten musste, verschiebt das die Maßstäbe von: „Was ist erträglich?“ etwas. 🐙)

Derlei Konversationen werden selbst mit den Jahren nicht weniger merkwürdig und spülen zudem stets zwei Szenen aus meinem diffusen „Früher“ hervor.

1.) Ich bin etwa sechs oder sieben Jahre alt, sitze in der Hausarztpraxis meiner „Kindheit“, und eine Helferin warnt mich, der bevorstehende Stich mit einer Art Nadelkissen (= kein Pricktest! Irgendwas *Anderes* mit Allergiebehandlung oder -bestimmung) werde weh tun.

Mein kleines Selbst, als es soweit ist: „Das tut aber gar nicht weh!“

„Doch, Valentin – das tut weh. Du bist nur richtig tapfer.“

(Oder bereits Einiges gewöhnt. Damals dachte ich jedenfalls, wieso erzählt die mir das?! Ich war sogar sauer, weil ich *Lob* erwartet hatte. 🤔)

2.) Nachdem mir beide Augen operiert worden waren, stellt der Chirurg verwundert fest: „So still, wie du als kleiner Dreizehnjähriger beim Lasern gesessen hast, habe ich selten einen Erwachsenen stillsitzen sehen!“

Ich: „…“

Keine Ahnung, ob das schlimm war, und wenn ja, wie schlimm. Und vermutlich verschwinden besagte Verschiebungen der Maßstäbe nie.

Wann immer es drauf ankam, war ich einfach ein totaler Soldat.

Das dazu.

Ich schließe für heute, zumal ich gerade coronabedingt mit Sack und Pack auf dem extrem dreckigen Boden eines Zuges hocke, wo sonst niemand hocken will. Abgelegen. Unbequem. „Risikominimierung“. Und in der Not frisst das Kätzchen 🐱 Fliegen. Wolf wartet. 💖

Nur eines noch:

Heutiger Berliner Stickerfund! 😆

Das brachte mich genauso zum Schmunzeln, wie jüngst die zwei versteckten Schaukastenpünktchen. Deshalb hab ich es euch abfotografiert.

Und in diesem Sinne wünsch ich euch endgültig ein fröhlich-unangestrengtes Wochenende. 🌸

VVN

P.S.: dass „meine Blutabnahme gut gelaufen“ sei hoffte Sandra. Njein. Freitag der 13. – der Helferin rutschte zum allerersten Mal ever die Nadel weg und es benötigte zwei Anläufe und diverse Pflaster. Gut, dass ich Blutergüsse hübsch find.

27 Kommentare zu „Arztbesuche. Stets ein Spaß.

  1. Der Sticker ist fantastisch! Die Idee werde ich mir mal merken. Man kann so etwas immer man „anbringen“. 😉
    Tut mir leid, dass du zum Arzt musstest. Jetzt mit dem Virus immer ein besonderes Erlebnis. Mein Arzt hatte schon vor einem Jahr gut deutlich nen Aushang, dass er jeden anzeigt – Jawohl „anzeigt“ . der ohne Maske reinkommt.
    Das war zwar richtig, aber für mich schon etwas erschütternd, gegenüber den eigenen „Kund/innnen“. Andererseits scheint er da welche dabei zu haben, die nicht ans Virus glauben. So weit bei dir also alles „im grünen Bereich“. Herzlichen Glückwunsch, und genießt das Wochenende! LG Michael

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    1. Ich befürchte, die Anspielung auf „Briten, Dänen und Russen“ check ich nicht, liebe Barbara… Was hab ich verpasst? 😅

      Und, ja: nervig isses. Definitiv. Doch da es inzwischen fünf ÄrztInnen sind, die bei der Sache „mitwirken“, bin ich recht zuversichtlich. Keiner, mich eingeschlossen, wird aufgeben. 🌸

      Pass du auch auf dich auf! VVN

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      1. Es sind Beispiele für Länder, die sich selbst nicht als Vater- sondern Mutterland bezeichnen.

        Weiterhin alles Gute. Ich kenne es aus Erfahrung, wie langwierig und nervig so eine Suche ist.

        Danke und Du pass noch besser auf Dich auf.🍀

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  2. Erst einmal Merci lieber Valentin für’s Verlinken.
    Und dann hoppala. Freitag der 13.e ist glatt an mir vorbeigerauscht. 😁
    Auf dem dreckigen Fußboden? Achje. Aber Sicherheit geht natürlich vor. 🍀
    Dann ist also warten angesagt. Die müssen doch mal was finden verdammte Axt.
    Aber diese Ungewissheiten kenne ich.
    Viele Grüße und gute Landung beim Wolf.
    Sandra

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    1. Aber klaro, liebe Sandra! Immer gern. 😺

      Freitag der 13., 60. Jahrestag des Berliner Mauerbaus, gestern war Einiges los. Ich hatte allerdings lediglich die Energie für exakt *diesen* Artikel. 😮

      Naja. Einen Schritt nach dem anderen. Und ich glaub, auch ohne einen thematisch passenden Beitrag von mir kam gestern niemand an „60 Jahre Berliner Mauer“ vorbei. 😉

      Wiederholte, superliebe Grüße! VVN

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      1. Doch, ich schon 😂😂😂😂😂
        Schritt für Schritt ist allerdings eine gute Entscheidung. Entspannen im Urlaub ist auch gar nicht so einfach.
        Schön, dass du gut gelandet bist. 🍀🌞🍀

        Gefällt 1 Person

    1. Danke, liebe Marie & Co.! 😊

      Bleibt ihr bitte auch geduldig, zuversichtlich und bestmöglich gesund…

      Und was eure Erinnerung angeht, so nicke ich hier beim Tippen nachdrücklich mit dem Kopf. Genau *das*. Und so etwas sagt mir, dass Menschen wie wir DEFINITIV NIX übertreiben, daherphantasieren oder erfinden. 😒

      Es ist alles auf traurigste Weise real. VVN

      Gefällt 1 Person

  3. Auf dem Fußboden? Das ist ja fast wie Bahnfahren vor Corona. – Komm‘ gut zum Wolf!

    Unauffälliges Blutbild ist ja einerseits ganz schön, andererseits will man ja wissen, was und warum… Gib‘ nicht auf!

    Abgerutschte Nadel, das hatte bei mir auch mal eine gebracht. Regelmäßig. Zwei von drei Versuchen im Fleisch gelandet. Habe die dann getröstet. „Nächstes Mal klappt es bestimmt.“ und sowas. Klappte natürlich nicht. 😉

    Komm‘ gut ins Wochenende, liebe Grüße!

    Gefällt 2 Personen

  4. Ärzte und Arztbesuche auch hier ein Thema für sich und leider wird es mit jedem schlimmer. Wir kennen das auch, dass welche von uns dann da sind, wenn was Schmerzen bereiten (müsste) und diese nicht merken, weil sie entweder eh keine Schmerzen spüren, weil sie den Körper nicht spüren, weil sie schlimmeres kennen oder nicht wissen wie es sich eigentlich anfühlen sollte. „Gut“, wenn es nur so läuft… Doof wenn es ist wie bei unserm letzten Arztbesuch, aber das ist ein anderes Thema, was hier gar nicht hingehört.
    Wir wünschen dir auf jeden Fall weiterhin gute Besserung und dass man bald eine Ursache und viel wichtiger Behandlungsmöglichkeit findet! ✊🍀

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    1. Hej, euer Arztbesuch interessiert mich aber auch – wenn ihr davon erzählen möchtet, dann tut das ruhig, ich fände das gar nicht „unpassend“ hier! 🙂

      Seufz. Eben sprach ich mit Wolf nochmal über das Schmerzthema, zumal er nun wirklich weiß, was ich so wegstecke… Er versteht mich (= zum Glück) gut, und: JA. Ihr habt das grandios formuliert! Man hat keinen Plan, „wie es sich eigentlich anfühlen sollte“.

      Da etwas vernünftig von Außen einstufen zu lassen: fast unmöglich. 🙄

      Njaaa. Tausend Dank wegen der lieben Worte und ganz 💖-liche Grüße an euch, lasst euch nicht unterkriegen und ich les euch ganz bald wieder, versprochen.

      VVN

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      1. Hallo, danke, dass ist lieb. Wir hatten von dem Arzt euch vor einer Weile im Blog geschrieben. Danach war nichts weiter, wobei stimmt nicht ganz: Frau Sonnenblume hat noch zweimal mit der Ärztin telefoniert und rein theoretisch weiß diese jetzt von der DIS und auch dem Hintergrund dieser. Man darf gespannt sein, wie dann der nächste Termin wird… Der aber, so hoffen wir, noch lange rauszuzögern ist 🥴

        Schmerzen bei einem Arzt einschätzen, oder eigentlich ja schon ganz allgemein, ist echt schwer mit einer Gewaltvergangenheit. Bei uns ist es dann oft beim Arzt auch noch einfach weg… Das macht es dann nicht leichter. Und besonders schön finden wir immer „Wie stark ist der Schmerz zwischen 1-10?“ öhm was ist der Richtwert?? Was ist denn 1 und was ist 10? Und wie soll ich das festlegen… Und wenn man dann halt für sich realistisch mit 3 oder so einschätzt, darf man heimgehen, weil ist ja dann nicht so schlimm…
        Schwieriges Thema. Wir fühlen sehr mit dir.

        Und wegen des Lesens bei uns: bloß kein Stress. So wie es passt.

        Liebe Grüße
        Nubis

        Gefällt 1 Person

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