Verdammte Schlafstörungen.

Es ist 03:55 und ich beginne diesen Blogeintrag zu schreiben, weil ich noch nicht müde genug bin, um zu schlafen. Gut nur, dass um 07:00 schon wieder der Wecker klingelt. Elende Insomnia.

Es gibt Phasen, in denen ich schlichtweg kein Auge zu bekomme. Bis zu 76 Stunden Wachsein am Stück sind bereits vorgekommen (und das alles ohne Drogen!). Andere Leute bezahlen Geld für sowas- 😅

In anderen Zeiten bin ich – mitunter deshalb – dermaßen kaputt, dass ich innerhalb von Sekunden wegnicke, sobald ich irgendwo bequem sitze oder liege. Aber: dann ist nicht Einschlafen das Problem, sondern DURCHschlafen. Meistens dauert es keine 120 Minuten und ich bin erneut aktiv. Tiefschlaf? Fehlanzeige.

Der Mangel an Ruhe ohne Unterbrechungen führt dazu, dass ich gelegentlich arg weggetreten wirke oder sehr still bin, was von Fremden als a.) bekifft oder b.) äußerst introvertiert aufgefasst wird. Dabei ist beides absolut nicht Fall! 😆

Leider bleiben mir inzwischen bloß noch verschreibungspflichtige Schlafmittel als einzige Methode, die ich noch nicht ausprobiert hab- Aber davor hab ich Respekt! Ausnahmlos alle Freunde, die bereits Erfahrung damit sammeln konnten, warnten mich vor hohem Abhängigkeitspotential.

Und so, wie ich mich kenne, würd‘ ich mit den Dingern trotzdem maßlos übertreiben. Oder anderweitig Unsinn damit machen. Daher also halte ich mich bisher fern. Fraglich ist, wann meine Leidenstoleranz diesbezüglich am Ende ist.

Sowieso denk ich in letzter Zeit häufiger darüber nach, mir Medikamente verschreiben zu lassen.

Ich weiß sehr zu schätzen, was in meinem Leben schön ist (= u.A. der Rückhalt vieler Freunde, also: wahrer Freunde, totale finanzielle Unabhängigkeit, ruhige! Zwei-Zimmer-Wohnung in der Stadtmitte, abgeschlossene Berufsausbildung, Zufriedenheit mit dem Schreiben, Spaß an der Bar, dazu die starke Bindung zu Herrn Carax, in dessen gemütlicher Wohnung ich ebenfalls oft Zeit verbringe ❤)…

Trotzdem kann ich nicht vergessen, was man mir angetan hat. Erster Suizidversuch mit sieben Jahren, der zweite dann mit zehn- Es ist hart, noch oft genug.

VVN

3 Kommentare zu „Verdammte Schlafstörungen.

  1. Da sitz ich nun früh um kurz vor 6 und bin sprachlos.
    Wortlos.
    Darf ich das fragen? Ist das passend hier?
    Hattest Du schon (therapeutische) Hilfe? Irgendwann? Oder geplant?
    Es klingt nach sehr schwerem Gepäck, welches Du trägst; tragen mußt.
    Ich ahne das – ich war auch 7, als ich es zwar nicht *versuchte*, aber zumindest für meinen 18. Geburtstag plante.

    Ob deine Seele dich durch Schlafentzug zwingen will, hinzusehen?
    Wobei… oftmals sieht man im Schlaf ja besser.
    Wenn Du magst, bleib ich ein Weilchen hier sitzen bei dir.

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  2. Dankeschön für’s Bei-mir-sitzen! 🙂

    Und natürlich darfst du hier alles fragen! Falls darauf zu antworten je zu umfangreich (oder zu bedrückend) sein sollte für den Moment, dann werden Herr Carax bzw. ich das kurz anmerken und zu einem späteren Zeitpunkt darauf zurückkommen- Keine Sorge. 😇

    Zur Schlafproblematik- Da ich früher grundsätzlich darauf gefasst sein musste, dass jederzeit was Schlimmes passieren könnte, hab ich den Tiefschlaf „verlernt“, sozusagen. Immer in Alarmbereitschaft sein… Nie *zu sehr* auf Frieden vertrauen- Daher kommt das und begleitet mich seit knappen 24 Jahren- 🤔

    Hilfe und Therapie: jup. Hatte ich. Eine nunmehr zweistellige Anzahl an Psychologen und Psychiatern, dazu Experten für Essstörungen und Hausärzte, die mich regelmäßig checkten (= Gewicht, Blutwerte, etc.). ABER – und ihr wisst, wie es ist – bisher hieß es immer: „Tut mir leid, aber Ihre Geschichte ist zu krass und zu komplex, das übersteigt meine Kompetenz, Sie müssen weitersuchen.“

    Also kämpfe ich mich seit der letzten unfreiwillig beendeten Therapie 2012 alleine durch. Es ist nicht immer schön, aber immerhin kenne ich mich und meine Mechanismen so gut, dass ich es schaffe, *trotzdem* das o.g. Leben zu haben- 😇

    Hoffentlich beantwortet das vorerst das Wichtigste… Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende! VVN 😊

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen Dank, für deine Antwort 🙂
      Ich hab sie eben erst eher zufällig gefunden – wordpress hatte mir nix davon erzählt.
      Das klingt nach einer auch sehr fießen Lebensgeschichte. Ich bin doch immer wieder sehr erschüttert, wie wenig Hilfe wir in unserem tollen „Hilfesystem“ am Ende wirklich finden.
      Da glaubt man so lange Jahre – wie das ja oft so ist – man sei „der/die EINZIGE, dem „sowas“ passiert
      aber sobald man sich traut, doch mal öffentlich drüber zu reden
      muß man feststellen, dass das ein richtiggehendes Gesamtversagen im System ist.

      Dann wünsche ich dir viel Kraft und Geduld
      Selbstliebe UND Liebe
      dass Du das alles weiterhin gut auf deinen Weg bekommst.
      Und irgendwann auch doch mal besser schlafen kannst.
      Liebe Grüße 🙂

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