Ein wenig Heimweh und ein paar seelische Einblicke.

(Text von etwa 12:45.)

Im Augenblick erscheint es mir regelrecht krass, dass ich *am Mittwoch vor vier Wochen* mit dem Grillplattenfreund in einem Münchener Café darauf wartete, jede Sekunde in Richtung Ukraine aufzubrechen. 😮

Wie diese Geschichte weiterging, ist hinlänglich bekannt, und bis heute sind er, seine Vertraute und ich wirklich zufrieden mit dem Einsatz. Das müssen wir alle so sagen: dass die Aktion „gut und sinnvoll“ war (= womit ich jetzt die Vertraute wörtlich zitiere).

Gleichzeitig „wäre ‚glücklich‘ – oder ‚erfreut‘ – das eindeutig falsche Wort“, um auf die Fahrt an die ukrainische Grenze zurückzuschauen (= womit ich *NUN* den Grillplattenfreund zitiere 😹).

Eher verhält es sich so, dass wir hinter den Kulissen bzw.: im Messengerchat regelmäßig hart über den Krieg abkotzen und dieser Zustand von „wütend, traurig und untröstlich“ emotional weiter um uns herumwabert.

Das gestern entstandene Foto vom „Wolodymyr Selenskyj Platz 1“ fand dementsprechend bei den Beiden ebenso großen Anklang, wie beim Wolf und mir. 💖

Was die seitdem stetig voranschreitende Annäherung von uns allen betrifft, so schickte ich ihnen am letzten Wochenende auch mehrere der brandneuen Cocktailfotos, und die Vertraute meinte beim Anblick meiner selbstkreierten Sours:

„Das bestelle ich schon einmal vor, wenn wir uns wiedersehen 🍸😄“

Es ist also absolut keine Frage des „ob“, sondern lediglich des „wann“.

Und tatsächlich, weil uns die Ukrainefahrt mit allen dabei gesammelten Erinnerungen auf ewig verbinden wird, verspüre ich seit meiner Abreise aus München zunehmend (eine Art von) Heimweh nach diesen drei Menschen. 😿

Drei -> die Partnerin des Grillplattenfreundes inbegriffen, zumal wir ohne ihr entschiedenes Hüten von Haus und Hof nicht hätten losfahren können.

Ich merke, ich möchte wieder dort in der Hood umherlaufen…

Der coffeenewstom erkennt das sicher sofort! 😊

… und wieder dort Streetart fotografieren, und wieder dort sein, und wieder dort mit dem Grillplattenfreund *BIERHAXE* mit Knödeln essen.

Foto von meinem Teller an unserem letzten gemeinsamen Abend.

SEUFZ, Leude. 😟

All das zeigt mir außerdem fröhlich auf’s Neue, dass mein Zuhause kein Stück an feste Orte geknüpft ist (= schließlich hatte ich nie eine Bindung zu leiblichen Eltern, zudem nie eine familiär-sozial gelebte Art von Kultur, obwohl ich mir Person-of-Colour-bedingt oft blöde Sprüche über meine *vermeintlichen* Kulturkreise anhören darf, und nie eine „richtige“ Heimat) …

Sondern, dass ich einfach immer dort daheim bin, wo Wolf und unsere/meine geliebten FreundInnen gerade abhängen.

(Weihnachts-)Wahlfamilie! Fiep! 😺

Insofern stelle ich mich innerlich weiter und weiter auf ein erneutes Streunerleben ein.

Nichts, was ich nicht *längst* erlebt und durchgezogen hätte: nur, dass ich inzwischen erwachsen bin und die Entscheidung zum stetigen Umherziehen heutzutage aus Liebe und schönen Gründen treffe – und nicht mehr äußerst notgedrungen, wegen täglicher Gewalt und Missbrauch. 🐙

Der Wolf will also bei all seinen Münchener Kontakten *UND* seinen Auslandskontakten nachfragen, wer mich im Laufe der nächsten Jahre (!) wann wo einstellen könnte,

(etwas, wozu ich perfekt selbst in der Lage wäre, doch er möchte unbedingt helfen und dann bremse ich ihn nicht, weil: Sack voller Flöhe, AGAIN 😆)

und sobald mir meine Hausärztin und mein Rheumatologe irgendwann wieder grünes Licht in Sachen „Arbeitsfähigkeit“ geben, bin ich gerne überall am Start. Überall. Hauptsache, mein soziales Umfeld stimmt.

Dies erstmal dazu-

Wir werden uns gelesen haben. 🌸

VVN

P.S.: Wolfs Kontakte. Neulich schlugen wir spaßeshalber die Anzahl an Menschen in seinem persönlichen Telefonbuch nach. Soll heißen: allesamt Leute, die er anruft und mit denen er tatsächlich *redet* – keine Facebook-/Insta-/Twitter-„Freunde“. 😅

Es waren 727. Verwundern tat mich das nicht, da ich ihn kenne und weiß, was er macht… Aber: 727.

9 Kommentare zu „Ein wenig Heimweh und ein paar seelische Einblicke.

  1. Das ist ein richtig schöner Einblick in Dein Seelenleben, lieber Valentin.
    Und Du hast jetzt noch einen Rheumatologen am Start? Heijeijei….
    Laß Dir bloß Deine Cocktail- Erfindungen patentieren, bevor der Wolf Dich durch die Welt bucht 🙂

    Schönen Abend und liebe Grüße!

    Gefällt 1 Person

    1. Aber wie, bester Zweimal-B, *natürlich* habe ich weiterhin meinen Rheumatologen am Start!, und das ist ein Satz, von dem ich nicht dachte, ihn bereits mit (nur) 35 Jahren sagen zu müssen- 🤔😆😂

      Der hat mich ja auch bisher beide Male gegen Corona geimpft. Er ist mein Impfdealer, sozusagen… 😇

      Nja. Und was den Rest angeht, so lebe ich im Grunde seit Beginn von Lockdown I mit so wenigen Sachen, dass sie beim Wolf erst langsam, langsam in sechs (kleine) Schrankfächer passen. Auch dabei ist es praktisch, zu wissen, dass das funktioniert. Ich brauch nicht viel Materielles, aber meine Leute umso mehr. 😻

      Genieße du ebenfalls deinen Mittwochabend! VVN

      Gefällt 1 Person

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