Super creepy hinein in den September.

Der 01.09.22. Tatsächlich. Sollte ich mal wieder einen Supermarkt betreten, gibt’s da vermutlich längst Weihnachtssüßigkeiten. 😅

Den gestrigen „Folgebeitrag“ zu verfassen war mir übrigens deswegen unmöglich, weil das mitunter Gruseligste geschah, was mir gefühlsmäßig auf meinen Reisen geschehen kann: eine wildfremde Studentin setzte sich in den Bahnsitz schräg gegenüber von mir und fing an, mich höchst beharrlich auszufragen.

Zudem war es die Kategorie „Jippie, noch ein Ausländer!“-Unterhaltung. 🙄

Sie selber gehörte nämlich (angeblich) zu einer Gruppe von Studierenden aus dem Ausland, lebte in einem größeren Wohnheim, studierte Germanistik und dachte, ich sei ebenfalls „nicht von hier“. Letzteres hatte wohl den Ausschlag für sie gegeben, mich anzusprechen.

Nun, ja.

Selbst wenn sie lediglich einsam war und Anschluss suchte: sobald mich fremde Leute (= noch dazu *IM ZUG!* Mit tausend MithörerInnen!) zu löchern beginnen, dann halte ich das für maximal creepy. 🐙

Woher kommst du? Wo wohnst du, wo bist du aufgewachsen? Wohin fährst du jetzt? Was machen deine Eltern, hast du Geschwister? Mit wem lebst du zusammen? Studierst du auch, und wenn ja, was? Hast du WhatsApp?

KEIN. SCHEISS. 😱

Nicht nur, dass es mir nach wie vor auf ganz objektiver Ebene unverständlich ist, wie man mit derlei Dingen super sorglos und unverblümt ein volles Zugabteil unterhalten kann (= *DAS* tun ja viele Leute – in der Bahn völlig ungefiltert über ihre Adressen/Jobs/Beziehungen/Familien/Probleme reden)…

Mein Hirn macht daraus zusätzlich ein:

WER HAT DICH GESCHICKT? Muss ich dich gleich abschütteln *oder dergleichen mehr*?! Was willst du wirklich?!!“ 😾

Siehe „keine Chance zum Bloggen“, zumal ich trotz meines immens überschaubaren Reisegepäcks nicht von dort wegkonnte. Recht volles Abteil, jedes Ausweichmanöver wäre unbequem und umständlich gewesen- ÖRGS.

Somit blieb mir nur eines: die Studentin selbst mit achthundert Fragen zu bombardieren, um ihr weitestgehend die Chance für Gegenfragen zu nehmen- Und den Rest der Zeit lächelnd zu lügen, was das Zeug hielt. 😇

Unter Anderem wohnte ich noch bei meinen Eltern (= HAHA), hatte außerdem liebe Zusatz-Verwandtschaft, die nicht weit entfernt lebte, dazu einen kleinen Bruder, der nächstes Jahr sein Abi machen will, aber noch gar nicht weiß, wohin es ihn danach verschlagen soll, und studierte Anglistik an der Freien Universität – in Berlin, wo ich von der frühesten Kindheit an bis zum heutigen Tage war.

„Und wie heißt du?“

„Jesse.“ 😹

(Logischerweise alles fetter Unsinn, aber unheimliche Fremde im Dialog anzulügen, die ich niemals. wiedersehen. möchte, kann ich mit meinem Gewissen vereinbaren, ohne auch nur eine Sekunde Schlaf zu verlieren.

Freundinnen, Freunde und solche die es werden könnten anzulügen ist hingegen ein absolutes „No Go“. Den Wolf anzulügen erst recht. Noch dazu entstammen meine womöglich „achthundert Fragen“ in Kontakt mit FreundInnen ehrlichem Interesse. Das… Ist schlichtweg etwas gänzlich Anderes! 💖)

Sobald wir aussteigen mussten, huschte ich dann wohlgemerkt in Lichtgeschwindigkeit weg – in Kombination mit den typischen Moves, eben *nicht* sofort in Richtung des angepeilten Folgezuges zu gehen, sondern ein paar längere Runden im Bahnhof zu laufen, mich hier und dort umzugucken, alles zu beobachten und sogar einen zweiten Bubble Tea zu holen (= SCHOKOPUDDING. Richtig gut.)…

Bis ich sicher war, wieder vollkommen alleine zu sein, um dann irgendeine nächste Bahn zu nehmen. Zeitaufwand +100, aber Vorsicht ist besser als Nachsicht, und ach, ICH WILL SOWAS NICHT. 😒🐙😾

Immerhin hielt der Schokoladen-Tee bis in die Nacht vor und war ein reines Träumchen.

Ansonsten. Der 01.09.22, wie gesagt.

„Energiesparmaßnahmen treten in Kraft“, titelt Zeit Online, und

„Kältere Räume, weniger Licht“, heißt es auf Tagesschau.de

Wie das weitergeht, verfolgen wir sicher nahezu alle mit Spannung, aber ich persönlich finde weniger Beleuchtung bei Denkmälern o. ä. und weniger Warmwasser in öffentlichen Gebäuden (= medizinische Einrichtungen, Schulen und Kitas ausgenommen) beispielsweise nicht dramatisch. 😮

Ebensowenig die Tatsache, dass man private Pools *vorerst* nicht mehr heizen, und im Winter seine Ladentüren nicht mehr volles Brett geöffnet halten möge.

Irgendwo muss man anfangen.

Was haltet ihr davon? 🌸

VVN

P.S.: noch ein Schnappschuss von der Überraschungsreise.

Die Ukrainische Flagge im Wind. 💙💛

26 Kommentare zu „Super creepy hinein in den September.

  1. Nette Bekanntschaften lügt man doch nicht an, Valentin! 😉 Schien ein hoher Klettenfaktor gewesen zu sein. Apropos, zur Weihnachtszeit werden wir die Supermärkte mit mitgebrachter Taschenlampe betreten müssen. Da traue ich unserem Personal bei Euch in Berlin mittlerweile Alles zu. Beste Grüße und Wünsche! LG Michael

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    1. Das war nicht nett! Das war wirklich klettig und… Nee! Allein meine Körpersprache dürfte mehr als deutlich gewesen sein, aber sie fragte immer, immer weiter?!! 😱

      Was die mitgebrachten Lampen betrifft, so könntest du übrigens Recht haben. Aber auch das wäre zu verschmerzen, findest du nicht? „Einkauf mit Laterne“. 😉😆😂

      VVN

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  2. Ich finde das Anlügen ok. Das würde ich auch so machen, wenn meine Gegenfragen nicht funktionieren würde. Ich bin so schon früher einige Mal verfolgt worden, einmal sogar mit Auto. Das verändert einen für immer.
    Liebe Grüße, B.
    PS: Ich finde das Sparen ok, obwohl diese Lichtsache nur 2% des Verbrauchs ausmachen soll. Ich mache mir mehr Sorgen um alleinstehende Frauen so nachts in der Dunkelheit.

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    1. Liebe Barbara, das mit dem Verfolgen war sicherlich der Horror für dich, zumal ich mich an deinen viel diskutierten „Catcalling“-Beitrag erinnere… So etwas darf und sollte nicht passieren. Jemals! 😟

      Du hast auch Recht damit, dass es einen für immer verändert. Insofern denke ich ebenfalls, dass alle Mittel erlaubt sind, wenn jemand nicht locker lässt (= und man nicht weg kann). 🤔🐙😾

      Ganz liebe, verständnisvolle Grüße! VVN

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    2. P.S.: zum Aspekt mit den „alleinstehenden Frauen“ – da kann ich deine Gedanken ebenfalls nachvollziehen, und sehe mir das Ganze auch vor dem Hintergrund an.

      Ich denke aber, um das Leben für Kinder und Frauen allgemein sicherer zu gestalten, braucht es noch ganz andere Maßnahmen (= das weißt du ja). Meistens sind beide Gruppen schließlich außerhalb des eigenen Zuhauses viel sicherer, als darin. Leider. Das ist traurig. 😿

      Erneute beste Grüße! VVN

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    1. Lass es mich so sagen, liebe Sandra… Ich habe erstmal gar nicht auf sie reagiert. Ihre Fragen ins Leere laufen lassen und auch danach sehr oft bedeutsamst geschwiegen. Als Signal war das selbst ohne deine vorgeschlagene Formulierung superdeutlich 🙄, aber…

      Sie rückte weiter an mich heran, versuchte es auf vier (!) Sprachen und hörte nicht auf, zu bohren. Da habe ich den Mittelweg gewählt. Reden ohne zu reden, sozusagen. 🤔

      Hab einen schönen Abend! VVN

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      1. ooooooooooooooooooo grummel, mit nicht reagieren hätte ich auch angefangen, das hatte ich jetzt nicht so rausgelesen (oder überlesen)) Und dann ist sie dir auf die Pelle gerückt.?!?!?!
        Spätestens da, wäre nicht mal mehr ein: Ich möchte mich nicht unterhalten, bei rum gekommen. Sowas geht gar nicht.
        Da wäre ich ungemütlich geworden.

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      2. Du hast nichts überlesen, liebe Sandra, diese Zusatzdetails standen der schon vorhandenen Textlänge wegen nicht drin. 😉

        Tatsächlich habe ich ihr an einem gewissen späteren Punkt der „Konversation“ auch gesagt: „Wie du merkst, bin ich gerade absolut nicht gesprächig.“ – es kümmerte sie nicht die Bohne. 🤔

        Njaaa. VVN

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  3. Wird Zeit, daß das Semster wieder losgeht… 🙂
    Oweh, das tut mir richtig leid, was Du da durchgemacht hast mit dieser Frau. Ihr was Erfundenes zu erzählen, ist ganz und gar nicht verwerflich. Sie hat es beinahe schon nicht anders gewollt, scheint es.
    Ich staune oftmals in Zügen – so selten ich fahre – was Leute da alles von sich herausblöken. Hatte ma einen im Großraum, der hat in zwei Stunden seinem halben Heimatdorf einzeln erzählt, wohin er fährt. Auf platt, versteht sich. Dabei war’s bloß Wolfsburg…

    Mit dem Lichtsparen, das sehe ich ähnlich wie B. halt die Sicherheitsaspekte. Die hätten für mich höhere Priorität. Und beim Gang ins Rathaus trägt man im Winter doch eh ne Jacke. Da weiß ich gar nicht, ob einem 20 oder 19 Grad auffallen. Aber man ist ja stets klüger, wenn man aus dem Rathaus rauskommt. 🙂

    Wünsche Dir einen feinen Nachmittag mit Blasentee und allem, was Dir gut tut, lieber Valentin!
    Liebe Grüße!

    Gefällt 2 Personen

    1. Es war definitiv anstrengend wie nur was, obwohl ich sie letztlich nur etwa 35 Minuten an der Backe hatte. Merkwürdig, wie distanzlos manche Leute sein können! Und in Bussen und Bahnen noch dazu- 🐙

      Wegen der Sicherheitsaspekte wird sich zeigen müssen, wie sich die weniger beleuchteten Städte/Straßen auswirken. Ich verstehe die Sorgen, weiß gleichzeitig aber auch, dass jemand, der Täter durch und durch ist, sich nicht von Lichtverhältnissen abhalten lässt… Und, dass der unsicherste Ort für Frauen und Kinder leider *immer noch* das eigene Zuhause ist. 😿

      Deswegen müsste, um diese Art von Sicherheit (= auf den Straßen und daheim) zu gewährleisten, eigentlich ganz woanders angesetzt werden… Ah. Ein sehr komplexes Thema.

      Dir einen feinen Abend, bester bb! VVN
      P.S.: „Blasentee“. Aber es stimmt ja 😂

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  4. Lieber Valentin, ich verstehe dich absolut und hätte auch einen Affen bekommen, wenn mich jemand im Zug auf eine solch penetrante Art und Weise nerven würde…. von daher: Alles richtig gemacht! 🙂
    Und ja, der Tankrabatt hat mich heute morgen auch zum Staunen gebracht. >>Zack<<… sind die Spritpreise wieder über 2€. Soll heißen, dass das Sparen unausweichlich ist und jedweder Luxus zurückgeschraubt werden muss. Zum Beispiel die Weihnachtsbeleuchtungen in den Städten…. hoffe, dass da auch dran gedacht wird.
    LG Bea

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    1. „Einen Affen bekommen“ – noch nie gehört, das Sprichwort! 😆

      Und, jau. Penetrant war’s. Mein anfängliches Schweigen und Stirnrunzeln und auf’s Handy schauen interessierte diese Person gar nicht. Das war fast spannend, wenn ich nicht noch länger dort hätte sitzen „müssen“. 😒🙄🐙

      Thema: „Tankrabatt“ – das glaube ich dir mit dem Staunen. Bin gespannt, wie man das alles lösen möchte! Auf Weihnachtsbeleuchtung usw. zu verzichten ginge aber klar, finde ich. Es dreht sich ja ohnehin nicht darum, ALLES zu verbieten… Nur darum, achtsamer mit den Ressourcen zu sein. 😮

      LG zurück an dich! VVN

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  5. Ich kenne so ein Verhalten von hypomanen Klinikmitpatientinnen. Die kennen einfach kein Stop mehr, keine Grenze, die Klappe steht niemals still, wirklich nie, die labern und rattern alles in einem Tempo runter….puh….die wollen Freund sein mit allem und jedem.
    Wäre zumindest eine weniger creepige Erklärung. 🤗

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  6. Ob nun unschildig oder nicht: gelogen hätte ich auch, bis sich die Balken biegen. Ich hab ja schon Probleme IN der Uni, wo ich weiß, dass ich die Leute eigentlich KENNE, mich mit irgendjemand Neuem zu unterhalten. Wuaah. Gruselig indeed. Vor allem für uns Trauma-Menschis.

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    1. Mh, es war auf jeden Fall die Gesamtsituation. Alle Faktoren, die da zusammenkamen. Die vielen ZuhörerInnen, dass ich eigentlich meine Ruhe wollte, dass sich die gezielten Fragen nach Ortschaften/Kontaktdaten/Familiensituation/Studium anfühlten, wie ein Verhör 🐙, dass sie nicht locker ließ und, dass ich bereits seit Stunden von Bahn zu Bahn gesprungen war. 😒

      Ganz generell mag ich persönlich neue Begegnungen, neue Erfahrungen und die Erkundung neuer Gebiete riesig gern! Sonst wär ich ja nicht Flexibilitäts-Reise-🐱 … Und todsicher nicht mit Wolf liiert! 😂

      Insofern machte es bei besagter Studentin wirklich das „WIE“ aus, weshalb es dermaßen anstrengend war. Hätte ich entspannt alleine im Café gesessen und jemand am Nebentisch höflich eine uncreepig halblaute Konversation angefangen, wär da kein 😱😱😱 entstanden.

      Nochmalige pinke Zuckerwatte an euch! VVN

      P.S.: was ihr mit der „Trauma-Menschi“-Aussage meint, versteh ich natürlich „trotzdem“. Das könnt ich auch schwerlich wegleugnen. 😆

      Gefällt 1 Person

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