Geschichten von der anderen Seite der Bar (20).

Heute war ein krasser Tag.
Viele Gäste, darunter viele Großgruppen, und das ohne Pause über mehr als zwölf Stunden. Wir standen zu dritt an der Bar – Barkollegin A., Barkollege S. und dazu ich – anders wäre es schwerlich gegangen.

Auf einmal hielt S. in jeder Bewegung inne und schaute mich sehr ernst an.
„Valentin. Weißt du, was ich nicht verstehe?“
„Vermutlich, weshalb die Kellner ihre Getränke immer erst nach Jahren abholen-“
Chinesisch. Aber weißt du, was der Hammer ist? … Ein Werkzeug.“

So setzten sich die Sprüche und die Bestellungen fort. Kollegin A. wurde mit jedem Kellnerfail und jedem zerschmissenen Glas genervter.

Als die Gewitterwolke über ihrem Kopf bereits ein bedrohliches Tiefschwarz angenommen hatte, setzte S. wieder seine sehr ernste Miene auf: „Jetzt komm mal wieder runter! Sei lieber dankbar, dass du hier arbeiten darfst!“

A.: „Ja. Mir ist schon ganz übel vor Dankbarkeit.“

Und im Hintergrund schrie Kellner M. durch den kompletten Laden nach unserem kleinen (wie mehrmals thematisiert) syrischen Barhelfer. „He! Jetzt komm endlich her und stell‘ auch ein paar Stühle hoch! Mein Gott! DU bist der Grund, dass die Deutschen keine Ausländer mögen!“

Es hätte nur noch Popcorn gefehlt.

VVN

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