99. Eintrag!

Wenn man Rückschlüsse aus den jetzigen Leseempfehlungen ziehen müsste, so wären Herr Carax und ich seit der letzten Erwähnung des Themas zu trampolinspringenden, pferdevernarrten Preppern mit Borderlinesyndrom geworden. Ich weiß nicht, was da los ist, aber es erheitert doch sehr- 😅

Der Tag war ruhig. Andererseits beginnt er gleich erst. Ich werde duschen, was Hübsches anziehen (und dabei ausblenden, dass mein Hirn mir was von gewichtstechnischen Misserfolgen suggerieren möchte) und dann mit Herrn Carax ausgehen. Sehr spontan, aber zu einem Platz auf der Gästeliste sagt man selten: „Nein.“ 🙂

Beschäftigen tut mich sonst die klitzekleine Unterstellung, dass 17 Jahre Gewalt ursächlich für meinen Hang zu Schmerz und Unterdrückung sind. Es gibt auch bereits so viele (laien-)psychologische Ansätze darüber, in Richtung: „Wenn derjenige nichts Anderes kennt, wird er sich im Erwachsenenleben Partner suchen, die ihm ebenfalls Schmerz zufügen, GANZ KLAR!“ … Und damit ist für die meisten Menschen der Fall abgeschlossen. Ich halte das jedoch für zu kurz gedacht- (!)

Ich weiß persönlich sehr gut, wie sich „Reinszenierung“ definiert. Wie sich Zwang anfühlt. Was an meinem Verhalten mit meinen Gewalterfahrungen zu erklären ist – darunter meine beizeiten extrem misstrauische Art, meine stetige Kampfbereitschaft auf offener Straße und meine Angewohnheit, mich so zu stellen oder zu setzen, dass ich in einem unbekannten Raum grundsätzlich alles überblicken kann. Damit bin ich sicher nicht allein- 😊

ABER – von all dem Scheiß und all dem (notgedrungen) Antrainierten losgelöst, gibt es eben auch noch mich! Mich, die Person, die Kaffee mag, extrem salzige Lakritze, Filme und Nieselregen, und die sich in Männer und Frauen verliebt, und die eben… auf Schmerzen steht. Völlig lapidar ausgedrückt.

Und dieses Wissen, diese Tatsache, hat sich niemals falsch, verwerflich oder schlecht für mich angefühlt. Niemals. Zumal ich mir mein Gegenüber dafür sehr genau aussuche und Vertrauen für mich an oberster Stelle steht. Niemand, dem ich nicht vertraue, dürfte mir je auch nur ein Haar krümmen. Und genau DORT unterscheiden sich für mich „Gewalt“ und „einvernehmliche Körperverletzung“.

Ersteres geht gar nicht. Letzteres gehört einfach zu mir – und das in sicherem Rahmen mit dem einen, geliebten Menschen zu teilen, ist für mich was super Schönes. 😊

VVN

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