Solo-Dinner, Unabhängigkeit und Funkstillenphilosophie.

Text von 08:37.

Der Chefkochfreund fühlte sich gestern – wie erwartet – zu unpässlich und erschöpft, um nach seiner Arbeit noch stundenlang im Restaurant abzuhängen, deshalb sagte ich „Bis hoffentlich bald“, wünschte ihm gute Besserung und beschloss kurzerhand, mich selbst zum Essen einzuladen. 😅

Zwischen 18:00 und 21:00 nahm ich mir beim Asia-Dings einen abgelegenen Tisch, an dem mir keiner auf den Sack ging, trank einen sehr gelungenen Haselnuss-Macchiato, aß viel Gegrilltes mit Gemüse und holte gleich *zweimal* Softeis (= das mit Schokosauce, klar).

Das war auch schön. Anders als mit Begleitung, aber das spielt ja keine Rolle. Hauptsache schön! 😸

Tatsächlich finde ich es nach wie vor wichtig (für mich), Dinge auf eigene Faust zu unternehmen. Ins Kino gehen, Lesen, Bubble Tea trinken, neue Sachen lernen, Verreisen, Zeit in Lieblingsläden verbringen, Tanzen: eben alles, was ich mag… Ganz gleich, ob Wolf + FreundInnen mit am Start sind oder nicht.

Dieser Aspekt geht womöglich manchmal unter, weil dermaßen viele meiner Blogartikel soziale (Gruppen-)Aktivitäten zum Inhalt haben, doch letztlich funktionieren all diese Freundschaften und Beziehungen *mitunter deswegen* so prima, weil keine Abhängigkeiten bestehen.

Man ist zusammen, weil man möchte: nicht, weil man es muss. 🌞

Genauso verhält es sich, wie ich kürzlich erneut analysierte, mit dem „Beieinander melden“. Es gibt mehrere FreundInnen in meinem Umfeld, die können phasenweise tage- bis wochenlang auf niemandes (private) Nachrichten reagieren. Sie können nicht, und ungeachtet dessen wünsche ich ihnen trotzdem nahezu täglich „Guten Morgen“, erkundige mich nach ihrem Leben und lasse sie an meinem teilhaben – bis die Kapazitäten ihrerseits wieder vorhanden sind.

Nicht, weil ich es (s.o.) *muss*, sondern weil ich zeigen mag, dass sie nicht alleine sind und dass das Interesse an ihnen nicht verloren geht: Funkstille hin oder her. Zu signalisieren, dass man an jemanden denkt und sich in schwierigen Zeiten nicht verpisst, kostet außerdem gar nichts. Höchstens ein paar Sekunden, und die sind es wert. 💖

Von wem ich das habe? Vom Wolf.

Der meldet sich ebenfalls überall regelmäßig, auf Rückmeldung geschissen, und wenn die FreundInnen irgendwann wieder auftauchen heißt es nicht: „Wieso hast du nie geschrieben oder angerufen? Dir liegt viel weniger an ‚uns‘ als mir!“, sondern: „Eyyy, schön, dass du zurück bist.“ 🌻

Äußerst angenehm, zumal die Bilanz bisher grundsätzlich so ausfiel, dass die betreffenden Personen superhappy waren, in ihren Tiefs nicht vergessen und gegen etwas Spaßigeres eingetauscht worden zu sein. (!)

Ohnehin ist auch *das* Freundschaft, denke ich. Bei Funkstillen Vertrauen zu haben, dass triftige, unpersönliche Gründe dafür existieren und unverändert dran zu bleiben- Anstatt pikiert und gekränkt das Handtuch zu werfen. Schließlich geht es keineswegs. immer. um. einen. selbst. 🐙, und jemand der in einer etablierten Freundschaft verschwindet, benötigt erfahrungsgemäß Rückhalt – und keine Vorwürfe.

Wisst ihr, worauf ich hinauswill?

Vom Moral-o-Mat habe ich übrigens noch zwei Glanzstücke für euch abfotografiert.

„Schwiegereltern sind tatsächlich schlimmer als der Tod.“ 😂

Und:

„Ein Seitensprung ist irgendwie eine große Enttäuschung.“

Witzig wie eh und je.

Und nun sehe ich erstmal zu, dass ich heile nach Berlin gelange. Der Bordbistro-Move glückte immerhin schon.

Habt einen angenehmen Restmittwoch! 🌸

VVN

P.S.: was mich nach meinem Solo-Dinner stark erheitert hat, war dieses Video von Aljoscha. Träumchen. Über Depressionen und Gewalt salopp herzuziehen geht nämlich NULL. 🐱💖🌈

Ich reagiere auf: Der Faisal Kawusi Skandal wird noch schlimmer

10 Kommentare zu „Solo-Dinner, Unabhängigkeit und Funkstillenphilosophie.

  1. Hallo Valentin,

    den Spruch mit den Schwiegereltern finde ich gut. Mit meinem Schwiegervater hatte ich allerdings ein sehr gutes Verhältnis.
    Ich hatte ihn schon in meiner Ausbildung kennen gelernt, und da erzählte er mir bereits das er drei Söhne „im passenden Alter“ für mich hätte 😉
    Das ich ein paar Jahre später bei ihm im Wohnzimmer saß, hat uns allerdings beide überrascht. Und meine Schwiegermutter das wir uns kannten. S war jedoch klar das sein Vater bei der Arbeit ein „Hans Dampf“ in allen Gassen war. – Das durfte sie jedoch nicht wissen. Und ich werde es ihr auch nie erzählen.

    Ich finde es übrigens toll das du alleine essen gegangen bist. Ohne Begleitung geht es auch!

    Mach dir einen gemütlichen Abend.
    Liebe Grüße
    Trude

    Gefällt 2 Personen

    1. Ich mache das von Zeit zu Zeit sogar wirklich gern, bester bb (= gestern direkt wieder 😇). Was andere Leute über mich denken könnten, wenn ich da „solo“ sitze, ist mir dabei zum Glück WURST. 😸

      Einen gemütlichen Tag auch dir! VVN

      Gefällt 1 Person

    1. Danke dir, liebe Rosa, um ein harmonisches Miteinander sind wir alle sehr bemüht, besonders weil die Welt oft so finster und schrecklich ist… 😟

      Ich wünsch dir ein wundervolles Wochenende und sehr viel Freude! 💖

      VVN

      Gefällt 1 Person

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