Schatten der Vergangenheit.

„Wir brauchen keine Maske tragen. Wir gehen auf die Demo morgen.“

Sie müssen doch. Wir wollen es so. Ich weiß von keiner Demo. Sie gehen. Ohne was zu trinken.

24 Stunden später.

Das GrundGesetz liegt auf einem der Tische. MiniaturAusgabe. Dazu ein InfoBlatt. Irgendwas mit Paragraph 146. Eine Petition soll man unterschreiben. Oder so. Es ist klar, was da los ist. Man hört Xavier leise aus dem Off.

„Wir brauchen keine Maske tragen. Wir sind befreit.“

Und wieder so ein Zettel. Nochmal irgendwas mit dem GrundGesetz. Einer TelegramGruppe. Facebook. Instagram. Hitler.

„Brauchen wir nicht tragen. Haben einen Attest.“

„Den würde ich gerne mal sehen.“

„Oh, den habe ich gerade nicht bei.“

Komisch.

Er fummelt sein Handy raus. Will anfangen, mir was zu zeigen. Hat Er aber nicht. Zu sagen auch nicht. Logisch.

„Querdenken“ steht auf seinem Shirt. Fang doch erstmal mit dem Zweiten an. Denke ich mir so.

Wir diskutieren kurz. Habe ich aber keine Lust drauf. HausRecht. Auch sie gehen. Und ja, solche Leute wie Euch brauche ich hier nicht. Will ich nicht. Da bin ich intolerant.

Demonstrieren waren sie.

Seite an Seite. Mit Rassisten. Faschisten. Populisten. HolocaustLeugnern. Den Attilas. Björns. Alices.

Der deutsche MittelStand. Familien. Mit Kindern. Auch aus der Ferne angereist. Gegen die CoronaMaßnahmen.

Aber Für welchen Preis?

Julian Carax

22 Kommentare zu „Schatten der Vergangenheit.

    1. In dem Fall glaube ich nicht wirklich, dass es sich um Dummheit handelt. Das bereitet mir ja solche Sorgen. Was es genau ist, weiß ich auch nicht. Noch. Aber die Leute, welche ich am Wochenende erlebt habe, waren allesamt alles andere als dumm.

      JCarax

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  1. Covid-19 wird uns noch lange beschäftigen. 10 Jahre? Die Forschung, die Wissenschaften haben im Moment noch keine Antworten und Lösungen. Medikamente und Impfungen werden mit Hilfe von Studien überprüft. Das kann auch noch ein paar Jahre dauern. Immerhin müssen Risiken und Nebenwirkungen ausgeschlossen werden.

    Dann ist es wohl sinnvoll, die derzeitigen Schutzmaßnahmen zu befolgen. Sicherheitshalber. Ja, ich weiß, jetzt bei der Hitze sind die Masken unbequem. Das Atmen wird erschwert. Wir können nicht mehr Distanzlosigkeit leben. Unsere Komfortzone wird dadurch erheblich beeinträchtigt.

    Aber, wer möchte denn schon jetzt sterben. Keiner weiß, wie bei ihm eine Infektion verlaufen wird. Und wir alle tragen Verantwortung, auch unseren Mitmenschen gegenüber. Selbst, wenn bei uns eine Infektion harmlos verläuft. der Nächste der von uns Infiziert wird, kann schwer erkranken. Deshalb Abstand, Maske, Desinfektion. Bis wir mehr wissen. Viele Grüße Ursula

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    1. Ja, das glaube ich auch, dass uns Covid-19 noch lange verfolgen wird. Das haben Sie gut beschrieben wegen der Verantwortung und die Rücksicht auf andere. Genau so ist es.
      Habe mich übrigens kurz auf ihrer Seite umgesehen „über Arthrose Behandlungen“. Sehr interessant und informativ! Eine Krankheit und ein Leiden muss man von mehreren Seiten anschauen. Auch der emotionale Zustand spielt eine große Rolle.
      LG Hubert

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      1. Vielen Dank für das Feedback. Arthrose hat wirklich sehr viel Facetten. Und gerade die Psyche beeinflusst sehr den Krankheitsverlauf. Manche bemerken noch nicht einmal, daß sie Arthrose haben.
        Ich bin im Moment beschwerdefrei und versuche, auch für mich, zu dokumentieren, was mir hilft. Aber auch, woran ich noch arbeiten kann. Für später. Arthrose ist eine fortschreitende Krankheit.
        Es freut mich sehr, dass Ihnen mein Blog gefällt. Viele Grüße, Ursula 🙋🏻‍♀️🐞🍀

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  2. „Ich bin dagegen! Gegen was, können wir später noch klären.“
    So könnte der Gedankengang aussehen – wenn er mal ausgesprochen würde.
    Aber dieses „was“ wirklich zu erkennen ist manchmal so schwierig – da bleibt man doch lieber bei dem, was sich leicht aufgreifen lässt…
    👍🍀🤗

    Gefällt 4 Personen

      1. Mit der Pandemie zu leben, müssen wir zwangsläufig lernen (= und tun es ja auch schon). Mit all den Aluhutträgern, Rechts-Konservativen und Nazis hingegen möchte ich mich *nicht* arrangieren- 😉😇

        Viele Grüße! VVN

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      2. Ich meinte die ganz grundsätzliche Dummheit, mit der wir leben müssen. Bei den Blüten, die sie oft treibt stimme ich Dir (Euch) allerdings auch zu – da wird es oft „schwierig“, auch bei größter Tol(l)eranz…
        👍🍀🤗

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  3. Ich habe Respekt für deine Gelassenheit – die du vermutlich an den Tag legen musstest. Mir wird schlecht, wenn ich die Bilder sehe, davon höre oder lese. Wie unfassbar dumm doch einige Menschen sind.

    Vor zwei Tagen im Restaurant saßen vier Menschen am Tisch nebenan und schwurbelten vor sich hin. Mir fiel es schwer, weiter mein Essen zu genießen.

    Durchhalten.

    Liebe Grüße
    Sandra

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    1. Liebe Sandra! Danke für deinen verständnisvoll-wichtigen Kommentar, den wir erst jetzt entdeckt haben (= dank Stress)- 😅

      Dass dir übel wurde, ist absolut nachvollziehbar. ARGH! Und es fällt so schwer, sich in solchen Situationen *nicht* zum Nebentisch herüberzulehnen, oder sich *nicht* vor dem jeweiligen Gast aufzubauen, um zu fragen, ob denn noch alle Latten am Zaun vorhanden sind… 🤔

      Das wird uns allen leider sicher nicht zum letzten Mal passiert sein. Mh. Umso mehr wünsche ich dir für heute deine Ruhe und guten Appetit! 😊

      VVN

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      1. Danke dir 🙂
        Heute geht es wieder in unser Lieblingsrestaurant, das lassen wir uns nicht von solchen Spacken nehmen. Sollte aber der Tisch neben uns wieder in einer zu gut vernehmenden Lautstärke vor sich hinschwurbeln, werde ich definitiv den Platz wechseln. Auch wenn die kleinen Töpfchen, Schälchen und Tellerchen mit den nepalesischen und indischen Köstlichkeiten schon vor uns stehen.

        Habt einen angenehmen Tag.
        LG
        Sandra

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  4. Beachtenswert. Hirnlose versuchen sich am Grundgesetz. Es lebe die möglichst gut fundierte juristische Halbbildung.👍Wie schön, dass es auch noch ein Hausrecht gibt und man da auch einigen Leuten (natürlich ohne Zeugen) einen Tritt in den Allerwertesten geben kann☺️👍

    Gefällt 2 Personen

  5. Es ist eine Art Lagerkoller, der manche Menschen erwischt (habe bei der Arbeit auch 2, die diesem verfallen sind, einschliesslich persönlichkeitsverändernden Verhaltens). Rational ist es nicht, und auch nicht diskutierbar. Deshalb bin ich, wie Julian Carax, ähnlich intolerant, und beharre auf Hausrecht, bzw. auf die Hausordnung in unserem Betrieb.
    Ich möchte gerne wissen, wie diese Kolleropfer sich fühlen, wenn die Pandemie endlich vorbei ist und sie sich der Größe ihres Irrtums bewusst werden?

    Gefällt 2 Personen

    1. Was passiert wenn dieser Irrtum aber zur Wahrheit der Mehrheit der Gesellschaft wird? Egal ob hier in Deutschland oder anderswo. Die Tendenzen sind schon da. Seit Jahren. Corona könnte diese Entwicklung noch befeuern. Die AusSicht darauf finde ich äußerst beängstigend.

      JCarax

      Gefällt 2 Personen

      1. Das „schönste“ ist, sie werden ihren Irrtum garnicht bemerken. Persönlichkeitsveränderungen vollziehen sich eigentlich immer völlig unbewusst – und was dann nicht mehr passt wird schlicht vergessen. Gruppendruck durch Mehrheitsmeinung kann das Ganze noch beschleunigen…

        Gefällt 1 Person

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