Eine Melange aus wirklich ALLEN Gefühlen. 🤔

Heute. Keine 16:00, ich habe eine Mentalachterbahn hinter mir und frühstücke einen „Spain“ (= nach eigens verbessertem Rezept, allerdings). 🍹

Tatsächlich klingelte der Wecker um 09:00, Wolf und ich standen auf, er setzte Teig für Roggen-Ciabatta an, dann tranken wir einen schnellen Kaffee und kümmerten uns um unsere Wäsche, danach ging er jagen, während ich die Küche putzte und am Ende wischte Wolf jeden Raum, während ich das Bad schrubbte: Desinfektionsmittel, olé!  

Inzwischen haben wir einen Freund zu Besuch, der seit Anfang Dezember 2020 nicht bei uns war, deshalb die großflächige Reinigungsaktion- Und ich war vormittags äußerst gut gelaunt unterwegs gewesen. Etwa so (= beachtet das Einhorn 🦄): 

Die Küche herzurichten glich erneut einem Barschlussdienst: alle Edelstahlflächen polieren, Kaffeemaschine reinigen, die Spirituosen und den Bestand checken, aufräumen… Kein Problem, also. Und die ganze Zeit liefen Taylor Swift (= das „Lover“-Album) und Ariana (= „Dangerous Woman“). Wenn man beim Saubermachen laut singen und tanzen kann, ist es ohnehin keine Arbeit mehr, sondern bloß Beiwerk. 😊

Anschließend zog ich mich ins Schlafzimmer zurück, die Nachrichten verfolgen, nochmal schlummern… Etwas mittagsmatt, aber weiterhin vergnügt.

Als ich ganz am Ende des Programms im Bad stand, um mich nach all der Umgebungsentsiffung selbst zu entsiffen, trug es sich jedoch zu, dass plötzlich sowohl der mehlsuchende Nachbar, als auch unser Freund mega verfrüht im Flur standen. 😱

Erstmal: nur eiiin Haushalt, Leude. Nur EINE Person.

Zweitens: WENN ICH ETWAS HASSE, dann wäre das, unbekleidet zu sein, während überraschend fremde Menschen auftauchen. 🐙🐙🐙

Selbst wenn sich eine mehrfach verriegelte Tür zwischen den jeweiligen Fremden und mir befindet:

WIRKLICH. Ich komme mit dem daraus resultierenden Emotionspotpourri nicht klar– (!)

Auf BDSM-Events und derlei Parties gestaltet sich das „Unbekleidet-Sein vor Fremden“ anders, weil ich dort genau weiß, worauf ich mich einlasse (und ich mich bewusst und willentlich selbst in die Situation begebe). Ich kann im Vorfeld dafür sorgen, dass ich mich bei aller Action so sicher und grandios wie möglich fühlen werde, und vor Ort angelangt ist klar, dass mich niemand (m/w/d) auch nur falsch angucken darf, ohne dass Wolfs dem einen Riegel vorschiebt. 

Erscheinen aber fröhlich irgendwelche Leute aus dem Nichts, wenn ich nicht einmal Kleidung in Reichweite habe: EYYYY. Es löst aus Gründen die übelsten Gefühle aus. 💀

Glücklicherweise hatte ich wenigstens mein Handy mit im Badezimmer und konnte Wolf texten:

„Ich bin hier drin und mag nicht raus.

Wie ist die Lage? Ist wenigstens der Nachbar wieder weg? 

FIIIEEEP.

Du… Bist da und achtest darauf, dass ich meine Privatsphäre habe, ja?“ 

Letztendlich telefonierten wir deshalb von Zimmer zu Zimmer, wie zwei totale Ottos. Völlig absurd im Grunde, aber wann hat sich eine Gewaltvergangenheit je darum geschert, ob man sich wegen ihr zum Horst macht? 😆

(Hoffentlich wisst ihr, wie ich das meine. Gelegentlich lache ich über die schwärzesten Sachen. AUCH wie ein totaler Otto.)

Wolf meinte: „Es ist alles gut. Nur noch unser Freund ist hier, und wir hängen im Clubraum ab und hören Musik. Sollte sich das ändern, gebe ich dir vorher Bescheid, damit du dich hier frei bewegen kannst.“ 

„OK. Wolf, du verstehst, weshalb mich das gerade ultra abfucked, oder?“ 

„Ja. Aber ich passe auf! Mach du ganz in Ruhe dein Ding.“ 💖

Als ich letztlich fertig geduscht, bekleidet und happy mit mir selbst war (= ihr wisst: wichtig, wichtig), hatte ich damit glücklicherweise meinen mentalen Stand zurück. Wolf nahm mich trotzdem nochmal lange in den Arm, und als der Freund um die Ecke bog, war die Situation endgültig zurück im fluffigen Bereich:

„Mein kleiner Valentin! Wir werden heute wieder so geil dinieren, das sage ich dir!“ 

„Das glaube ich sofort-“ 

(Wir überbieten echt etliche Restaurants.)

Und jetzt: 1 kg Meeresfrüchte. 1 kg Frischwassergarnelen. Ofenwarmes Brot. Crémant. Cocktails. Scheiß auf die Vergangenheit. Das „Heute“ ist besser. So viel besser, verdammt.

Ich lese und antworte euch morgen. Bleibt gesund und zuversichtlich, und vor allem ihr selbst.  🌸

VVN

P.S.: der Freund kam eben in die Küche. „Der erste Drink ist direkt wieder superlecker, Hase.“ Wolf und ich sind bei ihm beide Hasen. 😹

27 Kommentare zu „Eine Melange aus wirklich ALLEN Gefühlen. 🤔

  1. Das die Vergangenheit immer so reingrätschen muss, dass tut mir sehr leid Valentin. Zum Glück hat dein Wolf Obacht gegeben, damit du wieder auf Höhe kommen kannst und den Tag verbringen konntest, wie du es eigentlich geplant hattest. Gut, dass du auch ein #HandymitinsCloNehmer bist.
    Habt einen schönen Abend.
    Viele Grüße Sandra

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    1. Ja, liebe Sandra, ich bin vergangenheitsgrätschmäßig auch absolut kein Freund dieses Zustandes. 🐙

      Aber Wolfs Verständnis und das gesellige Beisammensein, so winzig der Rahmen eben war, hat letzten Endes wirklich alles wieder gutgemacht. Da konnte ich echt froh sein. 😊

      Erneute liebe Montagsgrüße! VVN

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  2. Ich habe das sehr gerne gelesen und konnte mich TOTAL in deine Stimmung versetzen. Wenn ich nicht fertig bin und es klingelt, werde ich genauso panisch. 😁😉🙃
    Habt einen schönen Abend und lassts euch schmecken. 🦀🦞🥖🦐🦑🥂🍹
    Liebe Grüße von der, die in der Hasenklasse arbeitet. 🐇🐰🐇

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    1. Ohhh, die Hasenklasse? 😻

      Das ist sehr niedlich – und ich wünsch dir einen entspannten Wochenstart mit den Kindern, soweit es die Pandemie eben zulässt (= was du über Technikprobleme und Coronamüdigkeit schreibst, ist natürlich Mist). 🤔

      Unser Essen war übrigens top, es gab absolut nichts daran auszusetzen. Das hat die miese Situation davor auch gleich mit ausgeglichen. Und, ja. Ob nun mit oder ohne scheußliche Flashbacks: *NIEMAND* braucht diesen „Ich hab keine Kleidung und es schellt“-Stress. *NIEMAND*. 🐙🐙🐙

      Alles Gute nochmal! VVN

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      1. Jetzt verwirrst du mich….was habe ich denn hier über Technikprobleme und Coronamüdigkeit geschrieben? Grübel*

        Und doch, ICH hätte Stress, wenn ICH in solch einer Situation wäre, aber SOWAS VON…. 😀
        Anyway…. man liest sich… 👀👈🏻
        Grüße von 💛🧡💚…. Bea

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      2. Ah, jetzt ja. Ich hatte deswegen einen Knoten im Kopf, weil ich gedanklich auf den Stress: ‚unfertig(?) angekleidetes Abwarten im Bad‘ reagierte… :)))
        Entknotete Grüße Bea 🤸🏻‍♀️

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  3. Oh, schon das Lesen machte mich hektisch! Also ehrlich mit dem „versetzen“ von Leuten habe ich null Probleme. 😉 Aber du erinnerst mich, dass man künftig eigentlich gleich den Besuch mit Desinfektionsmittel duschen lassen könnte. Lol Oh je, du hast es ja gut geschafft. Wünsche ein schönes Wochenende! LG Michael

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    1. 😅 – Wie beim Seuchenschutz, meinst du? „Vor’m Betreten des Hauses bitte einmal durch diese Schleuse…“ 😆

      Hektisch war’s allemal. Das Reinemachen *und* das Mentalchaos im Anschluss. Zum Glück mit heiterem Ausgang. 🌸

      Herzlichst-erneute Grüße! VVN

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      1. Ja, das wäre doch was. 😉 Am besten noch einen provisorisch wirkenden PVC-Folientunnel. 😉 Schreib nicht von Putzen. Eine einer Lieblingsbeschäftigungen. Lol
        Wünsche euch eine schöne und vor allem entspannend ruhige Woche! LG Michael

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  4. Ooohh jaaaa 😳
    kann dich gut verstehen.
    Alles ist fertig und ich will mich ganz in Ruhe … und plötzlich … jemand kommt und bringt mich durcheinander, dass ich mir selbst vorkomme, als hätte ich mich in 1000 🐝 aufgelöst, die im Badezimmer herumschwirren.
    ‚Mich sammeln‘ wird dann zu echter Arbeit.
    Aber – ist ja nochmal gut gegangen 😄
    Liebe Grüße
    Sabine aus dem 🕷 🕸

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    1. Zum Glück, liebe Sabine, ist es nochmal gutgegangen. Und selbst wenn ich genau weiß, *weshalb* ich durch das jähe Auftauchen der zwei anderen Personen so aus dem Tritt gebracht worden bin… Einmal im Flashback hilft auch das rationalste Denken ERSTMAL nix mehr- 🤔

      Wie sammelst du dich denn wieder, wenn jemand deine Ruhe stört? Hast du eine Methode für solche Momente? 🙂

      Herzlichste Montagsgrüße zum zweiten Mal! VVN

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      1. Ich hab da keine spezielle Methode. Manchmal muss das profane ‚tief ausatmen‘ ausreichen.
        Es gibt da noch eine neue Erkenntnis – und die hängt mit dem Blick zusammen. Ich hab da einen Entwurf zu dem Thema in meinen Blog-Notizen. Vielleicht geb ich den demnächst raus …

        Die lautet ungefähr so: Bei Stresssituationen verengt sich der Blick (ein uralter menschlicher Mechanismus). Der Körper ist in Alarmbereitschaft.

        Das Gegenteil davon ist der „Panoramablick“. Lässt man den Blick in die Ferne schweifen, den Horizont abtasten, so wird dieser Erregungsmechanismus gedämpft und die Stressreaktion reduziert.
        Es fühlt sich tatsächlich ziemlich gut an – das Problem ist nur 😁 Corona-Zeit hat mir noch keine richtige Stresssituation verschafft, es ist einfach zu ruhig.

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    1. Und genau *DAS* hätte ich am liebsten getan, als der fremde Nachbar und der Freund plötzlich da waren. Mich verkrochen. Argh! 😒😱🐙

      Hasen hab ich übrigens auch sehr gern. Am Ende des Tages bleibe ich aber doch ein Katzentyp. 😸

      Alles Liebe für dich! VVN

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  5. Versteh ich – ich hasse das auch wenn die Leute viel zu früh zu einer Einladung erscheinen 😡
    Der jüngste Bruder von meinem Mann ist so ein Exemplar und auf meine Aussage, das ich noch nicht fertig bin, antwortete er stets: „Das stört mich nicht!“ 🐙🐙🐙🐙🐙

    Gefällt 2 Personen

    1. Kalmare, liebe Monika. Kalmare, so weit das Auge reicht. 🐙🐙🐙🐙🐙🐙🐙🐙🐙🐙🐙

      Ich wünsch dir was: die Zeit ist für dich ja gerade leider doppelt schwer… Ganz viel Kraft von mir! 🌞

      VVN

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      1. Ein sehr egoistischer Typ, wollte sogar mal bei uns einziehen. Meine Aussage: „Das geht nicht – ich laufe manchmal auch nackt durch die Wohnung.“ Seine Antwort: „Das stört mich nicht!“ 😱

        Gefällt 2 Personen

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