Leude. Es geht nicht um die Bezeichnung der Sauce. đŸ™đŸ™đŸ™

Ihr Lieben. Eigentlich wollte ich auch heute ĂŒber etwas gĂ€nzlich Anderes gebloggt haben: aber ich kann gerade nicht, ich mag gerade nicht- Ich hoffe bloß, ihr bringt etwas Offenheit und fĂŒnf Minuten Lesezeit mit. 🙂

Also. Der Herr Carax veröffentlichte gestern einen Blogartikel ĂŒber die momentan viel kritisierte WDR-Sendung „Die letzte Instanz“, welche u.A. die Frage behandelte, ob man den Begriff „Zigeunersauce“ aus dem Sprachgebrauch nehmen möge.

Er betitelte seinen Artikel mit: „Kein VerstĂ€ndnis.“, was insofern missverstĂ€ndlich ist, als dass man denken könnte: „Kein VerstĂ€ndnis fĂŒr besagte Kritik.“, oder: „Kein VerstĂ€ndnis fĂŒr die Debatte betreffs der Zigeunersauce.“ 

FALSCH.

ZunĂ€chst wisst ihr ja, dass wir beide (plus Wolf als mein ewiger UnterstĂŒtzer in Sachen SolidaritĂ€t und Zivilcourage) ganz klare, politische Positionen vertreten. 

Wir alle feierten den Amtsantritt von Joe Biden und Kamala Harris, begrĂŒĂŸen die eindeutig positiven Entwicklungen seitdem, haben ein linkspolitisches SelbstverstĂ€ndnis und kotzten am Holocaust-Gedenktag ĂŒber das weltweite Erstarken von rechtsradikal-antisemitischen Gruppierungen ab (= die es selbstredend niemals *NICHT* gegeben hatte). 

Euer Leserecho auf jeden der damit verbundenen BlogbeitrĂ€ge war wunderschön – Zustimmung, wo wir gingen und standen, und ich bin sicher, ihr alle findet auch folgenden Cartoon witzig: 

So weit, so gut. đŸŒž

Allerdings endet die Geschichte nicht hier. Nur, weil man sich gegen Trump ausspricht, Nazis ĂŒberwiegend fĂŒr wenig gebildet oder gar dumm hĂ€lt (= siehe: der Cartoon), und man den Holocaust schrecklich findet, ist man in Sachen „soziale Verantwortung“ noch lange nicht aus dem Schneider. 

An dieser Stelle verweise ich auf meinen inzwischen vielgelesenen und vielgelikedten Artikel ĂŒber Weiße Privilegien (= Danke 🌾). Darin heißt es: 

[Fange ich so an, dass Herr Carax und ich schon hĂ€ufig ĂŒber sexualisierte Gewalt und „das Patriarchat als gesellschaftliches Konstrukt“ geredet haben, das klar auf der gewaltvollen UnterdrĂŒckung aller MĂ€dchen und Frauen dieser Welt beruht.

Nun gibt es doch einige MĂ€nner, die geradezu reflexartig sagen: „Was kann ich denn dafĂŒr, dass ich als Mann geboren worden bin? Deshalb stehe ich jetzt also unter Generalverdacht, ein (Sexual-)StraftĂ€ter und UnterdrĂŒcker zu sein?!“ đŸ€”

NEIN. Und darum geht es auch nicht! Es geht darum, sich zunĂ€chst darĂŒber klar zu werden, dass das Patriarchat 1.) tatsĂ€chlich *EXISTIERT*, und dass MĂ€nner 2.) auf Grund dessen eindeutige gesellschaftliche Privilegien gegenĂŒber Frauen „genießen“ – beginnend dabei, dass sie nur Ă€ußerst selten von Wildfremden auf offener Straße sexuell belĂ€stigt werden und endend bei der zwischen Frauen und MĂ€nnern weltweit herrschenden Lohnungleichheit (= Gender Pay Gap).

Diese Bewusstwerdung (= OK. Ich bin als Mann privilegiert gegenĂŒber Milliarden von Menschen. Davon könnte ich nun weiter profitieren, aber eigentlich möchte ich diese Ungleichheit ĂŒberhaupt nicht… Was kann ich daher tun, damit Frauen und MĂ€nner endlich gleichberechtigt werden?) ist der erste Schritt zu einer gerechteren Welt.

Eine positive und nachhaltige VerĂ€nderung erreicht man nĂ€mlich letzten Endes nur miteinander! SO.

Und: genau wie das Patriarchat ist auch das „Weißsein“ ein gesellschaftliches Konstrukt! Das klar auf der gewaltvollen UnterdrĂŒckung aller „Schwarzen“ dieser Welt beruht – siehe Definition von „Weißsein“ und „Schwarzen“ auf der Homepage von Amnesty International.

„Weiß“ und „Weißsein“ bezeichnen ebenso wie „Schwarzsein“ keine biologische Eigenschaft und keine reelle Hautfarbe, sondern eine politische und soziale Konstruktion.

Mit Weißsein ist die dominante und privilegierte Position innerhalb des MachtverhĂ€ltnisses Rassismus gemeint, die sonst zumeist unausgesprochen und unbenannt bleibt. 

(Das ist extrem vielen Personen nicht bewusst. 😇)

Und nun gibt es natĂŒrlich einige Weiße, die geradezu reflexartig sagen: „Was kann ich denn dafĂŒr, dass ich mit weißer Haut geboren worden bin? Deshalb stehe ich jetzt also unter Generalverdacht, ein Rassist und Nazi zu sein?!“ đŸ€”

NEIN. Und darum geht es ebenfalls nicht. Sondern wieder darum, sich zunĂ€chst darĂŒber klar zu werden, dass Rassismus und „Weißsein als Gesellschaftskonstrukt“ tatsĂ€chlich *EXISTIEREN*, und dass Weiße 2.) auf Grund dessen eindeutige gesellschaftliche Privilegien gegenĂŒber Schwarzen „genießen“ – beginnend dabei, dass sie nur Ă€ußerst selten von Wildfremden auf offener Straße als „Tiere/Dreck/Ungeziefer“ bezeichnet werden und endend bei der weltweit systematisch herrschenden (Polizei-)Gewalt gegen Schwarze, Stichwort: George Floyd.

Und auch hier ist die Bewusstwerdung (= OK. Ich bin als Weiße/r privilegiert gegenĂŒber Milliarden von Menschen. Davon könnte ich nun weiter profitieren, aber eigentlich möchte ich diese Ungleichheit ĂŒberhaupt nicht… Was kann ich daher tun, damit Rassismus möglichst bald in den Köpfen der Leute ausstirbt?) der erste Schritt zu einer gerechteren Welt.]

… Hoffentlich ist klar geworden, dass weder Herr Carax, noch Wolf, noch ich hier irgendjemanden anklagen. 🙂

Es ist uns aber ein Anliegen, ein Bewusstsein dafĂŒr zu schaffen, wie unsere Gesellschaft an sich funktioniert, und wie sie noch „besser“, fairer und (gewalt-)freier werden kann. 

Wenn wir im privaten Rahmen zusammensitzen und jemand sagt: „Freunde, hört mal bitte mit XYZ auf, das ist frauenverachtend/rassistisch/ausgrenzend und verletzt mich.“, dann hören wir auf. Wir hören auf, weil wir ansonsten riesige Arschlöcher und ignorante Deppen wĂ€ren, und wir schließlich niemandem weh tun mögen.

Ihr hört in einer solchen Situation sicher ebenfalls auf. Stimmt’s? 😼

Aber wenn wir uns als Gesamtgesellschaft betrachten und eine bestimmte Gruppe sagt: „Leute, hört mal bitte mit XYZ auf, das ist frauenverachtend/rassistisch/ausgrenzend und verletzt uns.“, gelten dann auf einmal andere Regeln?

Ich persönlich denke: EINDEUTIG NICHT

Wisst ihr. Im ĂŒbergreifenden Sinne dreht sich die o.g. Debatte nicht um die Wörter „Zigeunersauce“, „Mohrenköpfe“ oder „Mohrenstraße“, etc. – sie dreht sich darum, ob wir ein System mittragen und beibehalten wollen, das sich auf das Patriarchat und auf Weiße Privilegien stĂŒtzt. 

(Die WDR-Talkrunde war ein exaktes Abbild dessen. Weshalb saßen dort vier MĂ€nner und bloß eine Frau? Und weshalb waren dort ausschließlich GĂ€ste geladen, die allesamt im politischen Sinne des „Weißseins“ an der Spitze der Gesellschaft stehen?)

Am Ende des Tages „mĂŒssen“ wir uns also als Einzelpersonen UND als Gemeinschaft fragen: möchten wir, dass sich Frauen/Schwarze/andere Minderheiten weiterhin diskriminiert, ignoriert und mit ihren jahrhundertelangen kollektiven Gewalterfahrungen nicht ernst genommen fĂŒhlen? 

Ich möchte das nicht.

Nicht in meinem Namen.

Und wenn ihr euch als liberal, antifaschistisch und linkspolitisch einordnet, aber gleichzeitig Weiße Privilegien besitzt (= Artikel und Privilegien-Checkliste hier)… Solidarisiert euch mit den bisher SchwĂ€chergestellten! Redet darĂŒber, mit euren FreundInnen, Verwandten, Kindern- Ihr verliert ja nichts dadurch. Andere gewinnen dazu.

Es geht nicht um die Bezeichnung der Sauce.

Es geht um mehr.

VVN 

30 Kommentare zu „Leude. Es geht nicht um die Bezeichnung der Sauce. đŸ™đŸ™đŸ™

    1. BITTESCHÖN. 💖

      Liebe Leute. Ich habe Kopfschmerzen. Einfach *politisch bedingte* Kopfschmerzen. Das Thema hat mich die Nacht noch wacher liegen lassen, als ich’s sowieso schon immer tue. 😒

      Manchmal bin ich geradezu betroffen davon, wie viele linkspolitische !!! Leute mit Abwehr, Empörung und gar Hass reagieren, sobald man: „Weiße Privilegien“ thematisiert (= und wie viele MĂ€nner, wenn man „Sexismus“ und sexualisierte Gewalt anspricht). Das ist doch traurig. 😟

      Passt auf euch auf! VVN

      GefÀllt 1 Person

      1. Ohja, das glaub ich dir… *schiebt kopfschmerzmittel rĂŒber

        Das Problem an linker Politik ist, dass die Leute so sehr davon ĂŒberzeugt sind, gut und woke und progressiv zu sein, dass sie ihre blinden Flecken nicht merken. Das ist sehr spannend… Bei Rassismus kann ich als nicht-Betroffener nicht wirklich mitreden, aber was in linken Szenen teilweise so an Antisemitismus SALONFÄHIG ist – da fĂ€llt einem alles aus dem Gesicht… (obligatorisches „kein ‚richtiger‘ Jude, nur seit zwei, drei Jahren vorsichtig am Konvertieren“ einfĂŒgen). Da ist also eh schon so ein „Ich bin viel besser als Nazis.“ Wenn man solchen Leuten dann Rassismus oder sonst einen fiesen ismus „vorwirft“… uiuiui. Und dazu kommt ja noch die gute alte white fragility. Aaah. Und das BESTE ist, dass es einem als weiße Person wirklich nicht weh tut (oder zumindest weniger als PoC, wenn sie von Rassismus betroffen sind), sich damit zubeschĂ€ftigen und zu hinterfragen. Weil, ja. Ich bin queer und links und „woke“. Je nach Definition vielleicht auch linksextrem, no idea… Aber das ist halt ungefĂ€hr ein so sinniger Persilschein wie 45. Ich habe eben auch festgestellt, dass da noch internalisierter/„subtiler“ Rassismus in mir ist. „Obwohl“ ich mich immer ĂŒbers N-Wort aufgeregt habe usw usw. Allein das Aufwachsen als privilegierte Person in einer rassistischen Gesellschaft macht ja „etwas“ mit einem. und es ist wahnsinnig anstrengend, das aufzudröseln und zu merken, dass da eben „trotz“ all der wokeness und heititei ichbinsolinks unbewusste Vorurteile etc pp sind, aber es ist halt WICHTIG, weil, wenn man nicht hinguckt, passiert da halt auch nix.

        GefÀllt 1 Person

  1. Hast du schön und unmissverstÀndlich geschrieben.
    Jo – es ist gut, dass an diesem Gesellschaftskonstrukt ordentlich gerĂŒttelt wird.
    Etwas mehr Empathie wĂ€re gut – Verstehen ohne zu Bemitleiden – Leid erkennen und annehmen anstatt es abzuwehren, weil man innen drin dieses klitzekleine GefĂŒhl hat, dass man privilegiert ist und sich nicht dafĂŒr entschuldigen will.
    In diesem Sinne – lasst uns an diesem GerĂŒst kratzen; denn wenn es viele tun, wird es irgendwann zerbröseln.
    Liebe GrĂŒĂŸe
    Sabine aus dem đŸ•· 🕾

    GefÀllt 1 Person

    1. Liebe Sabine, es freut mich, dass mein Text „unmissverstĂ€ndlich“ war, und dass du dem Inhalt gegenĂŒber so aufgeschlossen bist. 🌞

      Zumal (hier) wahrlich niemand möchte, dass sich irgendwer fĂŒr sein „Mannsein“ oder „Weißsein“ entschuldigt! đŸ€”

      Aber dieser gedankliche Schritt: „Oh. Ich bin durch folgende Mechanismen offenbar gesellschaftlich besser gestellt als Andere. Das ist nicht gerecht, deshalb helfe ich jetzt mit, die ZustĂ€nde fĂŒr JEDEN zu verbessern!“… Dieser Schritt ist so fundamental fĂŒr mehr Gleichberechtigung. 🌾

      Herzlichste GrĂŒĂŸe! VVN

      GefÀllt 1 Person

    1. Allerdings, lieber Flo! „Es reicht lange noch nicht aus, nur gegen Nazis zu sein.“

      KALMARRRRRR!!! 🐙🐙🐙🐙🐙

      Vor allem ziehe ich mir die Leserkommentare bei Zeit-Online etc. ja auch immer rein (= Herr Carax verlinkte den Zeit-Artikel). Wenn ich noch einmal lese: „Die sollen sich nicht so anstellen/Mimimi/Das wird man ja wohl noch sagen dĂŒrfen!“, dann gehe ich die WĂ€nde hoch. 😡

      Weshalb beharren manche Leute nur so sehr darauf, gewaltbehaftete Bezeichnungen und somit auch gewaltvolle Gesellschaftsstrukturen beizubehalten.

      VVN

      GefÀllt mir

      1. Ich hĂ€tte mir so gewĂŒnscht, das mit dem WĂ€nde hochgehen hĂ€ttest du in deinem eigenen Herrschaftsgebiet, hier getan. Aber nunja. Sobald es um Leute geht, die man kennt, ist das offenbar auch fĂŒr dich sehr viel leichter gesagt als getan.

        GefÀllt mir

  2. manchmal wĂŒnschte ich mir, ich könnte allen möglichen leuten texte wie diese irgendwie intravenös verabreichen, oder telepathisch ĂŒbermitteln. aber besonders gewaltfrei wĂ€re das wohl nicht…danke jedenfalls fĂŒr diese klaren worte und die gute argumentationskette!

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    1. Boah, ich danke euch auch! 😀

      „Gute Argumentationskette“ beruhigt mich zudem, weil es echt schwer ist, so einen komplexen Sachverhalt *fĂŒr jeden leicht nachvollziehbar* in einen FĂŒnfminĂŒter zu packen. đŸ˜±

      Wenn ihr mögt, könnt ihr den Beitrag gerne ganz gewaltfrei teilen! 😅

      Und ĂŒbrigens bin ich euch (hoffentlich!) soeben gefolgt. Ich hab bereits vor Urzeiten bei euch komnentiert… Keine Ahnung, weshalb es damals mit dem Folgen nicht klappte?

      Alles, alles Liebe! VVN

      GefÀllt mir

      1. Hat geklappt mit dem Folgen, cool, das freut uns! Haben allerdings eine krasse Schreibblockade seit Monaten. Aber wird bestimmt wieder was irgendwann. Vielleicht sollten wir mit Rebloggen deines Beitrags anfangen! 😀 Aber nicht mehr heute – gute Nacht! Möge sie erholsamer sein als die letzte!

        GefÀllt 1 Person

  3. Ein solcher Beitrag war ĂŒberfĂ€llig. Es herrscht noch großes Lernpotential.
    Mich verwunderte an der zitierten Diskussion ĂŒbrigens , dass jemand wie T.G., der schon ewig in den USA lebt, so unqualifiziert diskutiert.
    Chelsea Handler hat auf Netflix eine Doku ĂŒber ihre Entwicklung mit dem Thema gemacht.
    Hello privilege, it’s me Chelsea. Liebe GrĂŒĂŸe, B.

    GefÀllt 2 Personen

    1. Liebe Barbara! Die Doku schau ich mir auf jeden Fall an! Danke fĂŒr den Tipp! 🌾

      Und *WIE* noch jede Menge Lernpotential herrscht. Auch wir lernen ja noch tĂ€glich dazu (und „mĂŒssen“ das)! Obwohl du ĂŒberhaupt erstmal wieder richtig gesund werden musst. 😉

      VVN

      P.S.: Der Thomas G. ist das beste Beispiel fĂŒr jemanden, der zwar weltoffen ist und todsicher (eher) politisch links, aber völlig planlos hinsichtlich seiner Privilegien.

      GefÀllt 1 Person

      1. Guten Morgen, lieber Valentin,
        Ich weiß nicht, ob du Chelsea Handler kennst. Sie ist eine ziemlich respektlose US Comedian und Ex Late Show Host. Jedenfalls hat sie ihren Job bei Netflix ĂŒber dieses Problem verloren. Und gerade sie hatte schwarze Partner usw.
        Danke fĂŒr die guten WĂŒnsche, pass Du auch gut auf Dich auf. LG B.

        GefÀllt 1 Person

      1. Danke fĂŒr deine Nachfrage.
        Tja, der Weg ist noch weit und aktuell im als hier als „normal“ definierten Gewichtsbereich angelangt, feiern Rosa und Schwarz Party in meinem Kopf, wĂ€hrend ich sehr oft heulend oder mindestens *leicht* verzweifelt danebenstehe und mich frage, was um aller Welt ich hier eigentlich (noch) tue. Aber irgendwie bleibe ich dann doch und hoffe – manchmal – dass es doch besser wird.
        Liebste GrĂŒĂŸe
        Lia

        GefÀllt 1 Person

  4. „Wenn wir im privaten Rahmen zusammensitzen und jemand sagt: „Freunde, hört mal bitte mit XYZ auf, das ist frauenverachtend/rassistisch/ausgrenzend und verletzt mich.“, dann hören wir auf. Wir hören auf, weil wir ansonsten riesige Arschlöcher und ignorante Deppen wĂ€ren, und wir schließlich niemandem weh tun mögen.

    Ihr hört in einer solchen Situation sicher ebenfalls auf. Stimmt’s?“

    Ja, stimmt es?
    Gute Frage. Wirklich gute Frage.

    „Und wenn ihr euch als liberal, antifaschistisch und linkspolitisch einordnet, aber gleichzeitig Weiße Privilegien besitzt (= Artikel und Privilegien-Checkliste hier)
 Solidarisiert euch mit den bisher SchwĂ€chergestellten! Redet darĂŒber, mit euren FreundInnen, Verwandten, Kindern- Ihr verliert ja nichts dadurch. Andere gewinnen dazu.“

    Indem wir z.B. kritische Nachfragen zu einem Video stellen, in dem es begrĂŒĂŸt wird, ĂŒber Rollstuhlfahrer, Schwule und auch Schwarze Witze zu machen?
    Ein BiPoC-Kommilitone von mir, kein Deutscher, sondern Afrikaner, der zum Auslandsstudium herkam, war ziemlich schockiert darĂŒber, dass er teils von wildfremden Menschen auf der Straße nach seiner PenisgrĂ¶ĂŸe gefragt wurde.

    Ich kommentier das jetzt hier, aber sicherlich dĂŒrfte klar sein, auf welche Kommentare ich mich beziehe. Die „klare Kante“, die da von irgendjemandem gezogen wurde, vermisse ich. Was ich gesehen habe, war die klare Kante gegen die Kritik, und das Aufatmen von recht vielen Seiten darĂŒber.

    Es gibt da ja die Fabel von den zwei Wölfen, die in der Brust eines Menschen leben, von denen der am stĂ€rksten wird, den man fĂŒttert. Nun, was soll ich sagen. Wenn man den Teil fĂŒttert, der vehement gegen die Kritik ankĂ€mpft, weil die nunmal stört und nervt, braucht man sich nicht wundern, wenn von diesem Teil irgendwann nichts mehr da ist.
    Das mit dem Bild und der „Silence of our friends“ möchte ich an der Stelle voll und ganz unterschreiben. Und ich schĂ€tze, damit können wir es dann auch bewenden lassen.

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