Das beste Geschenk. đŸ’–

Die Weihnachtstage liegen hinter uns und ich bin noch immer hart geflashed von allem. Viel, viel, viel. Ich versuche die Ereignisse jetzt möglichst auf das Wesentliche herunterzubrechen.

Da wĂ€re zunĂ€chst, dass Wolf und ich grĂ¶ĂŸtenteils wirklich nur zusammen im Bett lungerten und Kindersendungen sahen – allen voran: „Die Tintenfische aus dem zweiten Stock“! 😆 💖🐙💖

Wer hier lĂ€nger mitliest weiß, warum mich das Format thematisch ganz besonders erheiterte: aber selbst ohne die herrliche 🐙🐙🐙-Kommunikationsstrategie wĂ€re es einfach nur cool gewesen. So niedlich-harmlosen Kinderkrams zu machen, den ich frĂŒher eben nie hatte machen können.

Gleichzeitig war gerade *DAS* zwischendurch mega schwer wegzustecken. Weshalb nicht damals, weshalb nicht von Anfang an? Das zu betrauern und zur selben Zeit unfassbar glĂŒcklich zu sein, hat mich phasenweise echt weggehauen- Wisst ihr, was ich meine? đŸ€”

Ähnlich grandios wie der niedliche Kinderkrams war es, zum wiederholten Mal zu sehen, wie sehr sich Wolfs und mein Freundschaftsbegriff Ă€hneln.

WĂ€hrend ich meine 45 bis 50 Nachrichten (= plus Mails, plus Blogeintrag mit Widmungen) verfasste, saß er genauso vertieft da und verschickte seinerseits WeihnachtsgrĂŒĂŸe. Ebenfalls individuell an alle AdressatInnen gerichtet – und auf dem Gebiet toppt er mich zahlenmĂ€ĂŸig locker! – und dazu auch extrem hĂ€ufig in Verbindung mit mir. „Valentin macht uns gerade ganz tolle Cocktails und wir lungern auf unserem KatzenplĂ€tzchen…“ đŸ±

„Es ist lieb, dass du dermaßen positiv von mir sprichst.“, bedankte ich mich irgendwann, als er mich die x-te Nachricht korrekturlesen ließ (= Tippfehler passieren).

„Ah. Das mit dem Positiven mache ich nur gegenĂŒber Leuten, die dich persönlich kennen! Leuten, die dich nicht persönlich kennen, erzĂ€hle ich, dass du ein Gott bist.“

Dabei hatte Wolf zwar sein unschuldig-mildestes LĂ€cheln, trotzdem geht sowas runter wie Butter. Gelebte gegenseitige BestĂ€rkung und WertschĂ€tzung innerhalb von Freundschaften und Partnerschaften, selbst mit gelegentlichem Augenzwinkern. Das kenne ich *schlussendlich* auch nur dank Wolf (🙂)… Wodurch mich der Dialog kurz in Ă€hnlicher Form erwischte, von wegen: weshalb nicht von Anfang an, weshalb nicht anderswo?

Am krassesten flashte mich jedoch unser Spontantrip. Die Coronasituation hatte anfangs ja nichts Anderes zugelassen, als Weihnachten komplett zuhaus zu bleiben (= ich berichtete) – aber dann tat sich urplötzlich *doch* eine Chance auf. Alle anderen Familienmitglieder von Wolf hatten ihre PlĂ€ne nĂ€mlich infektionsschutzkonform geĂ€ndert oder verschoben, sodass sich die Möglichkeit eben ergab: Wolfs Eltern – ein Haushalt. Wolf und ich – der zweite Haushalt. Deshalb fuhren wir zu ihnen, und zwar zum ersten Mal.

Dass das Ganze nie zuvor geschehen war, war niemandes Schuld gewesen… Nur hatte sich Wolf bisher höchst selten *selbst* (zu Weihnachten) in der Gegend aufgehalten. Immer unterwegs, immer beschĂ€ftigt, wieso sich die Wege seiner Familie nie mit meinen gekreuzt hatten.

„Das ist der einzige Grund.“, sagte Wolf diesbezĂŒglich klipp und klar. „Ich verstecke dich nicht! Nirgendwo.“

Wenn das normale Leben 2021/2022 weitergeht und wir uns erneut auf lĂ€ngere rĂ€umliche Trennungen eintakten mĂŒssen, dann hatten wir also all diese Zeiten, die uns niemand mehr nehmen kann- Weitere Geschenke dieses verqueren Jahres.

Dass wir in Folge dessen nun jede Menge Veranstaltungen planen, ist das Eine (= und TrĂ€umen ist schließlich erlaubt): z.B. diverse Nachholgeburtstagsparties mit Wolf als Organisator, einem gemeinsamen Freund als DJ, und mit mir an der Bar. Konzertreisen, Festivaltouren, Grillabende, dieses, jenes. 😇

Das Andere ist unsere persönliche Basis.

Dazu zĂ€hlt fĂŒr mich, inzwischen bei etwa 30 FreundInnen von Wolf fester denn je etabliert zu sein, ob nun durch Telefonate zu Dritt, durch all unsere sommerlichen TanznĂ€chte oder durch oben genannte PlĂ€ne fĂŒr die nĂ€chsten Jahre-

Und ebenso, jetzt mit seinen Eltern gegessen, getrunken und gelacht zu haben. Ganz ohne Eile, ganz ohne Alkohol und vor allem ganz ohne Scheu seitens Wolf: „Valentin! Das nĂ€chste Mal, wenn wir Beide hier sind, gehen wir zusammen in den Wald, in dem meine MitschĂŒler und ich als Kinder immer gespielt haben! Ich möchte mal mit dir dahin, aber das ist cooler, wenn das Wetter besser ist.“

Jawohl. Das nĂ€chste Mal. Alles Wolfs Ideen, alles seine Initiativen. Ich sage lediglich dauerbegeistert: „Ja.“ 😅

Selbstredend war der Elternbesuch der diesjĂ€hrig hĂ€rteste (Weihnachts-)Kontrast zu meiner eigenen Welt. Die Harmonie und die Idylle dort: dass es sowas ĂŒberhaupt gibt! Allerdings kam ich mir nicht fremd darin vor, bzw.: nicht wie ein Fremdkörper, was sowohl an der vorherrschenden Herzlichkeit, als auch an Wolfs Haltung lag.

„Ich hoffe, du hast dich willkommen und wohl gefĂŒhlt.“, meinte er im Anschluss, als wir wieder sicher daheim angelangt waren. „Und meine Eltern mochten dich!“

Njaaa. Die Eltern sind offenbar genauso wunderbar, genauso politisch und genauso talentiert wie ihr Sohn. Ich verarbeite all das langsam, langsam.

Ich werde Wolf nie in irgendein (frĂŒheres) Zuhause einladen können, zumal ich eh oft genug auf der Straße saß. Und ich werde ewig damit konfrontiert sein, was ich an gewöhnlicher Kindheit nicht erleben durfte. Aber zum GlĂŒck gibt es Wolf und „uns“ und dieses allgemeine „WIR“ – nach diesem Weihnachten mehr denn je. Das ist das beste Geschenk des Universums. 💖

Bis morgen und macht euch einen entspannten Abend!

VVN

P.S.: Musik. Wir hören derzeit wieder superviel „Type O Negative“. Ich teile das mal mit euch.

44 Kommentare zu „Das beste Geschenk. đŸ’–

  1. Ihr seid toll.
    Ich verstehe das, was dir fehlt. Geht mir Àhnlich mit der Familie von mm.
    Aber ich bin sich froh, dass er sich nicht mit unserer alten Trulli rumschlagen muss.😁

    Und was typo o angeht: ich lieeeeebe tiefe Stimmen und die hier hat mir leider der exarsch versaut. Hrmpf
    Also besser nicht hören. Mir selbst auf die Finger klopf…..

    ❀

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    1. *IHR* seid toll! đŸ˜»

      Hm. Soweit kam ich. Das eben ging schnell. Ansonsten habe ich hier gerade etwa 763 Dinge geschrieben und wieder gelöscht. Hin, her. Knoten im Gehirn. 😒 …

      Ich weiß nicht, ob uns jemals nichts mehr fehlen wird. Ob es möglich ist, diesen Zustand ĂŒberhaupt zu erreichen. Aber dafĂŒr, wie viel uns denn eben fehlt, haben wir am Ende des Tages *immens viel* gewagt, und weit mehr gewonnen, als die meisten Anderen! Also: ihr mit MM und ich mit Wolf.

      Wir *können* vertrauen und lieben, ungeachtet all der Scheiße. FĂŒr mich ist das ein reiner Sieg. Soweit meine nĂ€chtlich-verworrenen Gedanken dazu. 🙂

      VVN

      P.S.: brechdurchfallkranke 🐙🐙🐙 an den Exarsch. „Type O“ (und Peter Steeles Stimme) sind nĂ€mlich wirklich ein TrĂ€umchen.

      GefÀllt 2 Personen

    1. Dankeschön, fĂŒr Lob und ÄnderungsvorschlĂ€ge gleichermaßen! Mal schauen, was sich da tun lĂ€sst… Ich dachte (!) nĂ€mlich, wenn man den Blog im Reader liest, wird die SchriftgrĂ¶ĂŸe sowieso erhöht und vereinheitlicht- Nein? đŸ€”

      NĂ€chtlich-liebe GrĂŒĂŸe: ich prĂŒfe das! 🌾

      VVN

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    1. Liebe Sabine! Deine Freude bedeutet mir viel. Ich hoffe, dass auch du ganz viel Liebe, Achtung und WertschĂ€tzung erfĂ€hrst, und noch erfahren wirst- (!) 🙂

      Hast du die Tage eigentlich eine weitere Tour machen können? Einen wundervollen Mittwoch wĂŒnscht dir: VVN

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  2. Ein wundervoller Bericht! Was gibt es Besseres zu Weihnachten, als sich ganz zu Hause und geliebt zu fĂŒhlen. ThatÂŽs it, das schönste Geschenk! Und zwar eins, dass nicht nach ein paar Tagen aufgerĂ€umt werden muss und in Vergessenheit gerĂ€t. Genieße das Verarbeiten der vielen EindrĂŒcke und das gemeinsame PlĂ€neschmieden!

    GefÀllt 3 Personen

    1. Liebe Monika, glĂŒcklich mit Wolf bin ich in der Tat. Und selbst wenn sich die Vergangenheit wahrscheinlich nie vollstĂ€ndig vergessen lĂ€sst, darf man natĂŒrlich immer hoffen. 😉

      Pass gut auf deinen winterschlafenden Mann und dich auf! Ihr seid beide wieder komplett coronafrei, ja? VVN

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  3. Such an awesome feeling, so eloquently expressed I’m not alone with the magnifying glass, not at all. And my one has a sweet gifted story to tell behind it.
    When you write about Wolf which is 99.99% of the time, then all of you comes to mind. These are the perfect lines for two little dicky birds, Vivian and Wolf
    (and in this area he easily tops me numerically! -)
    Hahaha, too funny.

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    1. 😆 – Sometimes I can be very funny… But you are funny, too! „99,99% of the time“ really made me laugh. Whoops. 😅

      VVN (= and yeah, this has become an inside joke as well. People *know* I’m Valentin and keep calling me ViViaN anyways. I guess it’ll stick.)

      GefÀllt 1 Person

    1. Liebe Martha, definitiv ist das so. NatĂŒrlich wĂ€re da genauso meine (Weihnachts-)Wahlfamilie, und das ist nicht weniger wert oder weniger schön… Nur eben *anders* schön! 🙂

      An anderer Stelle schrieb ich es bereits: das lĂ€sst sich nicht vergleichen. Wolf und ich haben diese Weihnachten *einmal* ĂŒberraschend die Möglichkeit bekommen, zusammen bei seiner Familie zu sein. Vielleicht kommt sie (so bald) kein zweites Mal. Umso dankbarer bin ich dafĂŒr. 💖

      Deinen guten WĂŒnschen schließe ich mich ĂŒbrigens von Herzen an. Ich hoffe auch so… Und wĂŒnsch *dir* wiederum, dass du mit deinen jetzigen Lieben ebenfalls noch sehr, sehr lange sein kannst. 🌞

      VVN

      GefÀllt 1 Person

  4. Irgendwie weiß ich jetzt nicht, was ich darauf schreiben soll…
    Aber es erinnert mich wunderschön an den Satz, den ich irgendwo mal gelesen habe:
    „Und irgendwann kommt das GlĂŒck vorbei und sagt ganz leise: Und jetzt bist Du dran.“
    đŸ‘đŸ’šđŸ€—

    GefÀllt 1 Person

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