Therapiefindung unmöglich. Aus Gründen. 🐙

Anhand unserer Blogstatistiken halte ich es für ziemlich wahrscheinlich, dass der WordPress-Reader unsere letzten zwei Beiträge gefressen hat. Doof, deshalb schaut doch im Zweifelsfall bitte nochmal hier (= Herr Carax über die Modernisierung der Pornobranche) und hier (= ich über Evan Rachel Wood und ihre Gewaltgeschichte) hinein.

So. Jetzt habe ich natürlich Angst, dass der Reader diesen Beitrag auch noch unter’n Tisch fallen lässt, aber… Los geht’s. 🤔

Ich starte mit einem Fakt, den ich bisher nie auf’m Blog erwähnt hab, weil es keinen Anlass dazu gab. Heute muss ich es aber tun, weil die Therapiestory nur so schlüssig wird. Jedenfalls. Im gleichen Rahmen, in dem diagnostiziert wurde, dass ich frühkindlich schwersttraumatisiert bin, wurde bei mir gleichfalls Hochbegabung ermittelt (= bei Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten checkt man offenbar auch gerne deren Intelligenz). 

Anhand verschiedener Tests stellte man also fest, dass mein kindlicher IQ bei 145+ lag, und im Jugendalter ergab sich erneut etwas recht Ähnliches: bei weiteren Tests im Rahmen meiner vielen Therapieanläufe. 🙄

Für meine Pflege“eltern“ (= keinen Kontakt mehr, wie ihr wisst) war meine Hochbegabung ganz klar etwas, womit *SIE SICH* super schmücken konnten, ungeachtet aller Scheiße, die hinter den Kulissen ablief

„Unser Kind ist hochbegabt!“, hört sich halt toll an. Tausendmal besser als: „Unser Kind ist hochbegabt UND geschlagen mit komplexen Traumata, auf die wir mit unserem bunten Missbrauchspotpourri fröhlich noch jeden Tag einen draufsetzen!“ 🐙🐙🐙

Ah. KEINE SCHÖNE SACHE. Beginnend bei diesem: „unser“ Kind. Ich weiß, eine gängige Formulierung und *an sich* nicht schlimm, jedoch umso ekelhafter, wenn es mit einem tatsächlichen Eigentumsanspruch verknüpft wird, wie bei mir der Fall

Auch daher befasste ich mich kaum mehr aktiv mit dem Hochbegabungs-Thema, bis mein Grillplattenfreund bei unserem Telefonat diese Woche die Frage stellte: „Würdest du eigentlich sagen, Valentin, dass deine Hochintelligenz dein Leben und deinen Alltag großartig beeinflusst? Ein Kumpel von mir hat neulich diagnostiziert bekommen, dass er hochintelligent ist und muss das gerade für sich einordnen- Deshalb interessiert mich deine Einschätzung.“ 

Seitdem spukt die Sache in meinem Hinterkopf, und hey. Selbstverständlich macht dieser Fakt Dinge mit mir, inklusive aller Vor- und Nachteile. Und Tatsache ist, dass er mir die erfolgreiche Therapiefindung immens, immens erschwerte: und letztlich bisher unmöglich machte. 🤔

Ich meine- Es ist doch so, Freunde (m/w/d), dass es ohnehin bereits heikel wird, wenn man als „Schwarzer“ – politische Definition hier bei Amnesty International – in einer weiß privilegierten Gesellschaft einen Therapeuten sucht. 

Unfassbar viele TherapeutInnen haben leider Gottes 0% Wissen über Weiße Privilegien, genau wie ein riesiger Teil unserer Gesellschaft dieses Wissen nicht hat. Nicht umsonst finden *BIS HEUTE* solche unsäglichen Diskussionen über Saucenbetitelungen statt, und nicht umsonst „muss“ ich hier ständig wegen politischen/rassistisch bedingten Missständen herumtippen. So ermüdend es partiell ist

Schön wäre es ja, aber ich kann weder meine Gesamtgeschichte, noch große Teile meiner außerhäuslichen Gewalterfahrungen vom Themenkomplex „Rassismus“ abkoppeln. Z.B. waren es keine acht Jahre Mobbing in meinem Gymnasium, es waren acht Jahre rassistischgeprägtes Mobbing. Um das therapeutisch aufzudröseln, braucht es die nötige Bildung seitens des Therapeuten: und ist die nicht vorhanden, muss ich die Therapie nicht fortsetzen. 

[Generell bin ich der Ansicht, dass es nicht die Aufgabe eines Patienten ist, seinen Therapeuten zunächst auf diversen, gesellschaftlich relevanten Themenfeldern komplettzuunterrichten, bevor es mit der eigentlichen Therapie losgehen kann. Erst recht keines *minderjährigen* Patienten. Lebhafter Austausch und gemeinsamer Lernprozess: JA. Rollenumkehr: BITTE NICHT.]

Dazu addiert sich, dass sich keiner der zahlreichen Therapeuten, die ich bislang treffen durfte (🐙) auch nur annähernd mit BDSM und BDSM-Dynamiken auskannte, was ich ebensowenig von meiner Gesamtgeschichte abkoppeln kann- Und sobald es hieß: „Sie haben diese Neigung nur, weil man Sie missbraucht hat.“, dann war direkteMANG genauso Ende der Fahnenstange. 

Das Themenkonglomerat, nicht das leibliche Kind in meiner ehemaligen Familienstruktur gewesen zu sein, zudem nicht-binär, sehr offensichtlich bisexuell (= siehe: Wolf und meine langjährige Freundin) und ab einem gewissen Punkt auch magersüchtig, setzt überdies Bildung hinsichtlich all DIESER Themen voraus. Bildung, die ich bei einem Therapeuten brauche, wirklich brauche, weil dies alles ebenfalls nicht von „mir“ abzukoppeln ist… So.

Nun habe ich bereits als Kind schon unfassbar viel gelesen. Genauer gesagt: ab meinem dritten Lebensjahr, als ich Astrid Lindgrens Kinderbücher in die Finger bekam (= meine Kindergärtnerin flippte aus. Gerade drei Jahre alt und in der Lage, jeden Fremdtext fließend zu lesen, war für sie so: „WTF“). 

Sobald ich mit zehn Jahren an die eben erwähnte staatliche Schule gekommen war, und das Mobbing begann – Jüngster in der Klasse, eine Jahrgangsstufe übersprungen, Bestnoten, SCHWARZ – zog ich geradezu in die dortige Bibliothek ein. Erstens, weil ich wirklich Spaß an Weiterbildung hatte, zweitens, weil meine Mitschüler dort eben nicht waren. 💀

Dass ich vor Ort (ZUM GLÜCK!!!) linkspolitisch-aktive, sehr viel ältere Freunde fand, trug sehr bald zur weiteren Häufung meiner Bibliotheksaufenthalte bei, da ich ihre Unterhaltungen mitverfolgte, sie ständig ausfragte und danach über alles las, was sie so erzählten, bzw.: an mir beobachteten

Ich ging also bereits als Kind extrem belesen und politisch bewandert in jede Therapieprobestunde und jede schulpsychologische Sitzung hinein: und war tatsächlich leider immer gebildeter und klüger als mein Gegenüber. 

IMMER. 

[Dass mich Psychologie auch stark interessierte und ich jede Methode und jede Analyse durchschaute, die man damals an mir vornahm, hat wohlgemerkt nicht geholfen. 😆]

Insofern hat mir die Hochbegabung zwar einerseits extremst viel gebracht, weil ich mich bereits als Kind auf „Erwachsenenniveau“ belesen konnte und somit schon arg früh im Leben Bezeichnungen für meine Probleme hatte. So: „OK, das nennt sich also Missbrauch und ist falsch, und, oh, das ist offenbar Rassismus, den ich erlebe, spannend, meine Phantasien sind nichts Krankes, usw.“.

ICH DENKE, daher konnte ich mich schon ab 1996 sehr viel klarer und entschiedener von meinen TäterInnen und von Bullshit per se abgrenzen, als ich es *ohne* all dieses Wissen gekonnt hätte.

Aber therapiemäßig andererseits? NOOOO. 

Ich hab mir häufig anhören müssen: „Du kannst es kaum besser wissen, als ein studierter Therapeut, Valentin!“, oder: „Ach, Valentin, du weißt auch nicht alles.“ 

Nun, ja… Äh… DOCH. 😅

*KLAR* kann ich Sämtliches (auf all den genannten Themenfeldern) besser wissen als ein Therapeut, studiert hin oder her. Und ohne Zweifel – was ich frei von Überheblichkeit schreibe, weil ich dafür ja nichts getan habe – kann ich auch deutlich intelligenter sein, als meine Theras! Mit diesem Beitrag erwiesenermaßen.

[Und: überfordert waren sie alle *so oder so*. Nicht nur von der Themenfülle und deren Komplexität. Auch von meinen Erlebnissen an sich. Zu viele von euch wissen leider, wovon ich rede. So traurig das alles am Ende ist.]

Daher nutze ich meine Energie seit Langem lieber für ertragreiche Unterfangen, und für tägliche Selbstfürsorge. Dazu gehört für mich, Liebe zuzulassen, meine Freundschaften zu pflegen (und mich selbst noch dazu), BDSM im sicheren Umfeld zu praktizieren, meinen Körper nach meinem Wohlbefinden zu gestalten, ganz regelmäßig zu schreiben und meine Ziele zu verfolgen.

Arg verflufft? Meinetwegen. Denn alles andere ist schließlich 🐙🐙🐙🐙🐙.

Gehabt euch wohl und bleibt warm und coronafrei! 

VVN

P.S.: hier noch ein sehr guter Artikel zu Rassismus und Therapie, für alle, die gerade Zeit und Interesse haben. Und ein lustiger Fund vom Wolf:

41 Kommentare zu „Therapiefindung unmöglich. Aus Gründen. 🐙

  1. Ja!
    Ja, dass man die Techniken usw durchschaut, dass man die Therapiearbeit und die Vorgehensweisen hinterfragt und analysiert und kritisiert, kommt bei dieser Art Mensch nur seltenst gut an. 🤣
    Das kann ich jedenfalls aus eigener Erfahrung deutlich benennen.
    Dennoch IST es möglich, gebildete Therapeuten zu finden, die damit umgehen können. Mit allem genannten.
    Nur das Problem ist? Unter welchem Sofa verstecken die sich und wie findet man die? Und wie arg will man sich aufreiben, auf dem zermürbenden Weg der Suche? Wie viele Beulen holt man sich, weil man man direkt und unmittelbar den Kopf vor die Wand hauen will, weil man es einfach nicht begreifen kann, was da so unterwegs praktizieren darf?

    Was du praktizierst nenne ich nicht verflufft, das nenne ich Großartig. Weil du es hinbekommst.
    Klar, dass das jetzt nicht bedeutet, dass die täglich die Sonne aus dem Arsch scheint (wie könnte es?) aber du kriegst damit etwas hin, das viele eben nicht hinbekommen.

    Das wichtigste ist jedoch, dass du dir nichts selbst vormachst, weil du befürchtest, dass es so jemanden, wie du benötigst nicht gibt. Also aus Angst gar nicht mehr sucht…obwohl….
    Die Gefahr sähe ich bei uns als gegeben an und nur deswegen schreibe ich es gerade.

    Gehab dich wohl und viele herzhafte Grüße aus dem startenden Blizzard 😰
    Möge der Strom weiterhin mit uns sein und das Dach halten.

    Gefällt 5 Personen

    1. Ihr Lieben! 😻

      Euer: „dass man die Techniken usw durchschaut, dass man die Therapiearbeit und die Vorgehensweisen hinterfragt und analysiert und kritisiert, kommt bei dieser Art Mensch nur seltenst gut an.“ hat mich mehrmals zu einem Snapegrinsen gebracht. Sehr schön, und sehr wahr. 😆

      Dazu, dass es möglich IST, „gebildete Therapeuten zu finden, die damit umgehen können“: ich wünschte, ich hätte je einen gefunden, der all „meine“ o.g. Kriterien erfüllt: genauso sehr, wie ich euch wünsche, dass endlich wieder einer „eure“ Kriterien erfüllt (= eure Lage ist natürlich eine ganz andere, sowie eure Trigger anders sind als meine, und eure Suchkriterien auch)! 😮

      Und das: „wie findet man die? Und wie arg will man sich aufreiben, auf dem zermürbenden Weg der Suche?“ gehört – natürlich – gleichermaßen zu meinen Hauptproblemen. Aus all den genannten Gründen! Wie ihr wisst, habe ich mich deshalb vor längerer Zeit klar *gegen* eine Weitersuche entschieden, weil bei mir einfach ein ZU großes Risiko einer Minusrechnung *AUF ALLEN FRONTEN* besteht.

      Allein der Essstörungstherapiefail hat mich im wahrsten Sinne des Wortes fast umgebracht, und mich außerdem einige liebe FreundInnen, mühsam aufgebautes Vertrauen in Fremdhilfe und temporär *jeglichen* Mut gekostet. Ich wäre ohne diese Thera besser dran gewesen, und möchte nie wieder etwas, was eher schadet, als hilft… 🐙

      (Sage ICH. Für MICH. Nicht für euch. 🙂)

      Da konzentriere ich mich wirklich lieber darauf, mir mit all dem ein gutes Leben aufzubauen, was ich an Wissen, Ressourcen und sozialen Kontakten aller Art zur Hand habe. Danke für euren Zuspruch diesbezüglich, euer „Lob“ und den langen verständnisvollen Kommentar! 💖

      Ich drücke euch die Pfötchen für ein stabiles Dach, Strom und allgemeine Besserung. Ich hoff echt so sehr, dass sich die Situation mit eurem Therapeuten wieder bessert. SO SEHR. 😟

      Bis ganz bald: VVN

      Gefällt 1 Person

  2. Oha – na das hat jetzt aber reingehauen 😄
    Erinnert mich ein wenig an ‚Panikherz‘ von Stuckrad-Barre.

    Dass du die Therapeuten alle überflügelst, kann natürlich ein Problem sein. Und ich denke – möglicherweise genügt es für den Moment, dass du Menschen mit großem Herzen und großen Ohren um dich hast.
    In diesem Sinne
    Kraftpaket aus dem 🕷 🕸

    Gefällt 1 Person

    1. Guten Morgen, liebe Sabine! Das Buch kannte ich noch nicht und hab’s direkt mal recherchiert und auf die innere Merkliste gesetzt. Danke! 🙂

      Ansonsten, und etwas Ähnliches schrieb ich auch den „Lunis“ einen Kommentar zuvor, genügt es mir *definitiv* zum Leben, was ich inzwischen an Wolf, meinen Leuten und mir selbst habe! Dafür bin ich allerdings auch jeden Tag dankbar, weil ich eben weiß, wie absolut NICHT selbstverständlich dieser Zustand ist. 🙂

      Genieße deinen Sonntag! VVN

      Gefällt mir

  3. Das hatte ich schon länger vermutet, lieber Valentin. Wahrscheinlich kannst Du Dich besser in gewisser Weise selbst therapieren. Zugang zu passender Literatur gibt es ja in Unis. Den letztendlich sollte man sich fragen, was Therapie eigentlich ist. Was soll es bewirken. Ich traue Dir das mit einem vernünftigen Gesprächspartner zu. Vielleicht solltest Du auch mehr in Englisch sprachigen Literatur suchen. LG B.

    Gefällt 3 Personen

    1. Heyhey, liebe Barbara! Spannend, dass du das „schon länger vermutet“ hast, weil ich es selbst nur so hinterhinterhintergründig auf dem Schirm hab- 😅

      Mh. Auf jeden Fall kann ich nach all meinen bisherigen Therapien, Therapieanläufen und Begegnungen mit dazugehörigen ÄrztInnen etc. sagen, dass ich besser für mich selbst arbeite! Immerhin ist es mir gelungen, mir mein jetziges Leben aufzubauen und verdanke das nur (Wolf, lieben Freunden und) *MIR*. Insofern stimme ich dir zu.

      Ausgelernt hab ich natürlich nicht – wann hat man das schon? Daher lese und lerne ich weiter jeden Tag: und werd deinen Tipp auf jeden Fall beherzigen! 😉

      Wie ist es heute mit deinen Coronafolgen? Alles Gute! VVN

      Gefällt 1 Person

      1. Ich habe sehr viel mehr Wissen aus englischer Literatur gezogen, deshalb der Tipp. Das wollte ich noch anmerken.
        Tja, time will tell😊 Danke, das wünsche ich Dir auch. 💫

        Gefällt 1 Person

  4. Lieber Valentin, jetzt kann ich deinen Kopfknoten absolut nachvollziehen. Schwere Thematik. Das Schreiben ist hoffentlich ohne Flashbacks gelungen. WOW vielen Danke für einen weiteren Einblick in dein Ich und deinen Lebensweg.
    Ich drück dich.
    Liebe Grüße Sandra

    Gefällt 2 Personen

    1. Drücker zurück, liebe Sandra! Jaaa, das war der Kopfknoten. Oha. 🐙

      Ein „schwieriger“ Artikel, wie du schon sagst. Keine Flashbacks deshalb, aber trotzdem: ANSTRENGENNND! 😱

      Zum Glück kann ich heut und morgen ausruhen, weil Herr Carax etwas veröffentlicht. Wir lesen uns aber trotzdem! In den Kommentaren. 🌸

      Bis dann und herzlichste Sonntagsgrüße von: VVN

      Gefällt 1 Person

    1. Guten Morgen, ihr Lieben! 🙂

      Eure Frage und euer Denkansatz gefallen mir sehr. Und wenn ich mir schon keinen Thera wünschen kann, der all „meine“ Kriterien erfüllt (= siehe auch meine Antwort an die Lunis), dann wäre natürlich einer, wie ihr ihn beschreibt, ebenfalls gut! 🌸

      Allerdings habe ich eben diese Entscheidung getroffen, nicht mehr weiterzusuchen. Bisher verlor ich durch Therapie etc. schließlich leider nur Energie (= und einmal fast mein Leben), anstatt daraus *JE* etwas Positives zu schöpfen. Retraumatisierung und Bullshit, wohin das Auge reichte.

      Ob ich meine Entscheidung betreffs einer Weitersuche jemals ändere, weiß ich also nicht. Zumal ich so hart (mit Wolf, anderen Vertrauten und MIR SELBST 😆) daran gearbeitet hab, Lebensqualität zu erlangen und zu halten.

      Hej. Euch aber nur das Allerallerbeste für euren Klinikaufenthalt in zehn Tagen! Ehrlich. Ich denk ganz fest an euch. Und bei euch hoffe ich auch ganz doll. 🌞

      VVN

      Gefällt 2 Personen

  5. Ich glaube, wir wären während der Schulzeit großartig miteinander ausgekommen – Streber, Bücher unterm Tisch lesend, und „liest du die ganzen Bücher eigentlich? du hast das GESTERN ausgeliehen“ 😀

    Die Energie auf Selbstfürsorge zu richten, kann ich gut nachvollziehen… Machen wir seit 2? 3? Jahren (mal abgesehen von den 6 Monaten „Smalltalk“ – für uns zumindest – wegen des Indikationsschreibens). Vielleicht irgendwann noch einmal „richtige“ Therapie. Herzmensch sagt „auf jeden Fall, sobald die VPÄ durch ist, oder davor“, ich bin so „meeeh“, weil… Wir hätten zwar tatsächlich jemanden, der sich mit Traumakrams auskennen würde, aber ob sie auch mit all den anderen Themen klarkommt… öhm.
    Und in irgendeiner Form aus dem „weiß, hetero, cis“-Raster fallen, am besten noch *deswegen* therapiewürdige Erfahrungen dabei zu haben, und noch „so Dinge“ wie BDSM… aaah, ja, örgs. Manchmal wäre man gern ein bisschen langweiliger ❤ (Zumindest würde das die Therasuche erleichtern, höhö.) Auf der anderen Seite denke ich mir auch immer wieder… Klar, manche Leute fallen sehr offensichtlich aus dem gesellschaftlichen „Norm“-Dings. Aber wer weiß, vielleicht hat der Patient vor einem dafür ein unfassbar kompliziertes Familienleben, das einer soap opera in der 14. Staffel gleicht und nur mithilfe von Spickzetteln und mind maps überschaubar ist, und das therapierende Gegenüber ist ganz froh über Abwechslung xDD

    Gefällt 1 Person

    1. „Ich glaube, wir wären während der Schulzeit großartig miteinander ausgekommen“ – ich denke das auch. Und jetzt sind wir aus der Schule raus DEM HIMMEL SEI DANK und kommen ebenfalls großartig miteinander aus! 😉

      („Wie. Du hast das schon gelesen?!“ Ein KLASSIKER.)

      Boah. Mir ist es sooo wichtig, dass mein Gegenüber in der Therapie zumindest HALBWEGS über all die von uns erwähnten Themen Bescheid weiß! Wie im Beitrag oben gesagt: ich brauch das! Unbedingt! 😮

      Einzige Ausnahme wäre wohl ein Szenario, wie die Seelensplitter es vorschlugen: ein empathisch-menschlicher Thera mit großem Herzen, der zuverlässig DA IST- Weil so jemand dann hoffentlich sogar empathisch genug dazu wäre, sich aufgeschlossen mit mir gemeinsam fortzubilden! 🌸

      Najaaa. Alles: „hätte, hätte“. Ich erfreue mich – keiner Therapie sei Dank! 🐙 – des Lebens und suche nicht mehr. Was müsste bei euch geschehen, damit ihr wieder Therapie machen würdet?

      Wir lesen uns später bei euch drüben! VVN

      Gefällt mir

  6. Das scheint mir auch so, daß da vielleicht nicht- studierte, aber umso verständnisvollere/ empathischere Leute die Therapeutenrolle übernehemen könnten.
    Hattest Du mal überlegt vor dem Hintergrund Deines erworbenen Wissens für Andere eine Art Therapeut/Coach zu sein (was man wahrscheinlich anders nennen muß ohne dem entsprechenden Studium) ?

    Beste Grüße!

    Gefällt 1 Person

    1. Lieber 2xB! 😊

      Alle bisherigen Kommentarantworten dürften noch mehr Aufschluss geben, aber die Seelensplitter und du habt da einen guten Punkt! 🌸

      Ansonsten sehe ich u.A. das (nahezu) tägliche Bloggen als meinen Beitrag zu unserer Gesellschaft. Das ist gleichermaßen Aufklärungsarbeit wie Unterhaltung und funktioniert bisher doch ganz gut! So: Coaching, nur anders und im Internetz- 😅

      Hab einen warmen Sonntag! VVN

      Gefällt 1 Person

  7. Nun, als Therapeut, nicht der Psychologie, aber als Ergotherapeut, fand ich die Ausführung schon spannend, aber … 🤔
    Wahrscheinlich werde ich mich jetzt mega unbeliebt machen, was ich freilich in Kauf nehme, weil mir einfach etwas fehlt. Aus der Sicht des Therapeuten und auch als Mutter eines bisher „therapieresistenten“ Kindes.
    Zuerst mal, was erwartest, bzw. ethoffst du dir von einer Therapie? Es ist schwierig mit jemanden zu arbeiten, der nicht weiß, warum er eigentlich da ist. Noch schwieriger, das Ziel zu erreichen, wenn derjenige den Fokus auf „Nebenplätze“ legt und nicht bereit ist, am Ursprung zu beginnen.
    Sicher sind die komplexen Nebenplätze nicht weniger prägend, aber es ist nicht der Ursprung, die Wurzel.
    Klar, macht auch sehr viel mehr Sinn, sich auf Nebenplätze zu verlegen und dort aktiv zu sein, als sich dem eigentlichen Ursprung zu stellen, was, da frühkindlich geschehen, sehr lange dauert, da der Körper sehr gute Strategien hat, diese Erfahrungen zu blocken.
    Wo ich auch zum nächsten Punkt komme. Vertrauen.
    Ich könnte wetten, auch wenn dir ein Therapeut oder Therapeutin begegnet, die auf sämtlichen Gebieten der Hit wäre, würde es nicht funktionieren, weil das Einlassen, Zulassen nicht da ist.
    Für mich als Therapeut, würde in meine Akte ein Wort schreiben.
    Verkopft. (Ich setzte hier jetzt einfach mal voraus, das du weißt, was ein Ergotherapeut ist und macht. Mein Fachgebiet war und ist die Neurologie und der Hausbesuchsbereich.)
    Verkopfte Klienten waren zwar immer ziemlich unterhaltsam (sie reden viel, gerne und über Gott und die Welt), aber arbeitstechnisch schwer erreichbar (Ich will aber meine Hand wieder bewegen können, warum soll ich jetzt am Rumpf arbeiten? Weil das die Basis ist. Aber ich will doch nur …)
    Allerdings hatte ich als Körpertherapeut den Vorteil, innerhalb weniger Stunden auch Fortschritte aufzeigen zu können. So gut haben es Psychologen nicht 🤷‍♀️
    Und zum Schluß, jede Therapie und damit auch jeder Therapeut ist nur so gut und „erfolgreich“, wie das in ihn gesetzte Vertrauen und „Einlassen“ des Klienten.
    Das war jetzt das Wort zum Sonntag 😁

    Ach ja, es gibt sicherlich viele „Nieten“ unter der Therapeutenriege, ohne Frage, aber es gibt auch viele gute und fähige 😉

    Gefällt 3 Personen

    1. Liebe Mijonisreise. Deine Ausführungen fand ich sehr interessant. Aber ist es nicht gerade Aufgabe des Therapeuten, verkopfte Klienten aufzuschlüsseln. Letztendlich ist das doch auch nur eine Überlebens-/Vermeidungsstrategie.

      Gefällt 2 Personen

      1. Jein. Sicher muss ich als Therapeut wissen, warum wieso der Klient das Bild zeigt, das er eben zeigt. Dafür gibt es dann x Möglichkeiten, die sich im Laufe der Zeit entweder ausschließen oder eben bestätigen.
        Das alles nutzt aber nichts, wenn der Klient sich nicht voll und ganz drauf einlässt und Vertrauen mitbringt.
        So lange es nicht „Klick“ macht, arbeite ich mir einen Wolf und es geht weder vor, noch zurück.

        Gefällt 1 Person

      2. Wenn es tatsächlich so funktioniert, erklärt es auch die hohe Versagerquote.Wenn fehlende Kooperation als Problem und nicht Symptom gesehen wird, steht die Beziehung von Anfang an ja schon nicht unter einem guten Stern.

        Gefällt 1 Person

      3. Ich weiß nicht, ob ich mich mißverständlich ausgedrückt habe oder du das so verstehen willst.
        Kein Therapeut unterstellt dem Klienten von Beginn an, das er kein Bock hat oder nicht daran interessiert ist, ernsthaft mitzuarbeiten.
        So eine Einstellung ist kontraproduktiv und dient bestimmt nicht dazu eine stabile Verbindung aufzubauen.
        Allerdings, und das zeigt sich mit der Zeit, kann mangelnde Mitarbeit Symptom und/oder Problem sein.
        Ein Therapeut mit Erfahrung und gutem Gespür kann das unterscheiden.
        Bei ersterem kann man an der Blockade arbeiten und hat vielleicht Erfolg. Ansonsten beendet man die Therapie und schaut nach einer gewissen Zeit erneut, ob sich was verändert hat.
        Ist es ein grundsätzliches Problem, bringt auch das nichts.

        Gefällt 1 Person

      4. Ganz wichtig … Als Therapeut bin ich nicht die Lösung des Problems!
        Ich lediglich Begleiter zur Problemlösung.
        Auch etwas, was viele Menschen gern vergessen. Es wird erwartet, das man zum Therapeuten geht und in zwei Wochen bin ich wieder fit, gesund und „problemlos“.
        Der Gang zum Therapeuten ist nur der erste Schritt, danach beginnt die eigentliche Arbeit.

        Gefällt 1 Person

  8. Liebe Mijoni! (Mijoni?)

    Leider, leider, leider kam von dir jetzt etwas, das sich exakt mit all meinen jahrzehntelangen Negativerfahrungen mit TherapeutInnen deckt! Zu 100 Prozent! Denn dein gesamter Kommentar ist… Weder auf eine Person mit meiner Geschichte, noch AUF MICH (als der, der ich bin) anwendbar! 😱

    Schließlich sprechen wir hier nicht von einem Problem mit einem Ursprung, sondern von komplexer multipler Traumatisierung und Retraumatisierung… Besagter EINE Ursprung und die EINE „Wurzel“, die du erwähnst, gibt es bei so etwas nicht! Allein *diese* Annahme von dir zeigt, dass dir dort Wissen fehlt, und bitte, bitte – zumal du evtl. mit Hilfesuchenden arbeitest – recherchiere dazu!

    (Allein DAS nimmt mich echt mit! 😟)

    Und weißt du: „Es ist schwierig mit jemanden zu arbeiten, der nicht weiß, warum er eigentlich da ist“- das MUSS man zu Beginn einer Therapie auch nicht zwingend wissen, besonders nicht *mit einem komplexem Multitrauma oder Ähnlichem*- Unter Umständen sitzt man einfach nur da, ist mega desorientiert, angstvoll und möchte sterben! Jemand mit genau EINEM Problem(s.o.) kann sich eventuell! mit einem klaren Ziel in Therapie begeben. Z.B.: „Ich will meine miese Trennung verarbeiten. Ich will mehr Selbstbewusstsein entwickeln“. Oder so.

    Doch das, was du hiermit ansprachst, ist, wie gesagt, auf (Leute wie) mich nicht pauschal anzuwenden! Und die Erwartung dahinter generell extrem einschüchternd und unter Druck setzend- 😮

    Auch schockt mich dein: „Noch schwieriger, das Ziel zu erreichen, wenn derjenige den Fokus auf ‚Nebenplätze‘ legt“ – rassistische Gewalt (bis hin zu Morddrohungen und Mordversuchen) IST KEIN NEBENSCHAUPLATZ! Anorexie ist kein Nebenschauplatz. Und alles Andere, wo ich mir Wissen und Bildung seitens des Therapeuten wünsche, sind gleichfalls keine Nebenschauplätze! Erst recht nicht, wenn Retraumatisierungen durch Hass auf… passieren. Hass auf Schwarze, Hass auf die LGBTQ*- Community, usw.-

    Deine Worte, besonders der „Nebenschauplatz“, fühlen sich für mich unfassbar bagatellisierend, kleinmachend und unangemessen im Kontext erlebter Hassverbrechen an: und SIND es auch- Da kann ich dich abermals nur bitten: lies dazu, sprich mit weiteren Betroffenen, egal was… Denn so eine Aussage ist unglaublich schädlich! Überhaupt ist es unglaublich schädlich, etwas als Nebenschauplatz zu betiteln, worüber ein Patient DRINGENDST in Folge von massiver erlebter Gewalt reden muss. 😟

    Das: „Ich könnte wetten, auch wenn dir ein Therapeut oder Therapeutin begegnet, die auf sämtlichen Gebieten der Hit wäre, würde es nicht funktionieren, weil das Einlassen, Zulassen nicht da ist.“ und dein: „Für mich als Therapeut, würde in meine Akte ein Wort schreiben. Verkopft.“ sind auch so Sachen, denen ich entschieden zu oft bei Therapeuten begegnet bin: Mutmaßungen und reines Schubladendenken! 😒

    Einen Oberbegriff gefunden (= nämlich „verkopft“) und alles darunter eingeordnet, den kompletten Menschen. Warum? Das ist viel zu simpel gedacht – und definitiv an Manko für mich an viiielen Theras! – und kann zudem retraumatisierend sein, weil es immens gewaltvoll ankommt. Einer Person, die mitunter deshalb traumatisiert ist, von der Gesellschaft stets direkt in eine Schublade gesteckt zu werden – Stichwort: Rassismus, wenn auch nicht darauf beschränkt – der sollte NICHT direkt vom Therapeuten wieder etikettiert werden. Auch das ist sehr schlimm! 😟

    Alles, was ich aus deinem Kommentar ansprach, ist sehr schlimm. Und gleichzeitig ein dermaßen perfektes Beispiel, was in Therapie/mit Therapeuten u.A. massiv falsch laufen kann, dass ich dir fast dafür danken muss-

    Auf rein persönlicher Ebene zu deinem: „Ich könnte wetten, auch wenn dir ein Therapeut oder Therapeutin begegnet, die auf sämtlichen Gebieten der Hit wäre, würde es nicht funktionieren, weil das Einlassen, Zulassen nicht da ist“… Ich hab mich bereits unglaublich doll auf ÄrztInnen und Theras eingelassen. Unglaublich. Zugänglich, kooperativ, ehrlich, emotional ohne Ende, EIN MUSTERPATIENT, weil ich die Hilfe so sehr brauchte und der Leidensdruck so groß war.

    Mitunter weil alle beteiligten Theras ein aburteilendes, höchst simpel denkendes, MICH ALS PERSON total außer Acht lassendes Verhalten an den Tag legten (= was ich auch an deinem Kommentar so abgrundtief furchtbar finde), hat mich diese Erfahrung fast das Leben gekostet.

    Mit lieben Grüßen, jedoch absolut keiner Zustimmung: VVN

    P.S.: auch „therapieresistent“ klingt so unfassbar abfällig. Ich kenn Mini und dich nicht und respektiere deine tägliche harte Arbeit sehr! Ich nehme wahr, wie schlecht es dir häufig geht. Dennoch versetzte mir die Formulierung ebenfalls einen Stich ins Herz. Niemand MÖCHTE doch absichtlich „therapieresistent“ sein, oder so betitelt werden! Ich meine… Am Ende des Tages wollen wir doch fast alle bloß gesehen, angenommen und geliebt werden.

    Gefällt 5 Personen

    1. P.P.S.: „jede Therapie und damit auch jeder Therapeut ist nur so gut und ‚erfolgreich‘, wie das in ihn gesetzte Vertrauen und ‚Einlassen‘ des Klienten.“

      Gleichfalls hier nicht anwendbar.

      Außerdem muss sich auch ein Therapeut erst Vertrauen verdienen! Und nur, weil viele Schwersttraumatisierte (mich inklusive) mit Vertrauen nicht heiter um sich schmeißen, bedeutet das NICHT, dass sie die Therapie abwehren. Die – wohlgemerkt gesunde – Vorsicht ist lediglich ein Überlebensmechanismus in Folge all der Gewalt, und insofern lässt sich dieses Vertrauen nicht so simpel einfordern… 🤔

      Bitte recherchiere. Zu all diesen Dingen. Bitte.

      Gefällt 3 Personen

      1. Lieber Valentin,
        es tut mir leid, das dir mein Kommentar so nah gegangen ist. Das war weder meine Absicht, noch mein Bestreben.
        Was mir nochmal klar geworden ist, das ich meine Formulierung anpassen muss. Denn vieles, das du als „Schublade“ empfunden hast, sind für mich lediglich Formulierungen ohne emotionale Färbung oder Wertung.
        Wenn ich von „Nebenplätzen“ spreche, bringe ich damit zum Ausdruck, das es da noch andere Ereignisse gibt, die entweder aus einem Punkt heraus resultieren oder diesen begünstigen, ohne damit dies zu bewerten. Es ist ein weiterer Baustein zum großen Ganzen.
        Auch der Begriff „verkopft“ ist bei mir ein Hinweis, hier besonders drauf zu achten.
        Ich habe mich hinreißen lassen und habe bei der Verwendung außer Acht gelassen, wie es auf andere wirkt.
        Wenn es so geklungen hat, das dies ein Prozess von wenigen Minuten oder Stunden ist, war das nicht beabsichtigt. Zumindest nicht im psychologischen Bereich.
        Auch merke ich, das viele Punkte, die ich als selbstverständlich ansehe, es für andere nicht sind.
        So wie der Punkt, den Klienten als Mensch im Ganzen zu sehen. Auch in seinem Umfeld.

        Noch kurz zu Mini und dem benutzten Wort. Es beschreibt einen Zustand, den wir jetzt langsam durchbrechen. Sie konnte sich teilweise nicht einlassen und wollte es auch gar nicht, was bei Mini stark vom Umfeld und dem Therapeuten abhängt.
        Ich sehe sie, ich sehe auch das, was mit ihr passiert, wenn sie in ihre „Phase“ abdriftet und das macht mir zuweilen Angst.
        Angst, das sie bei der nächsten Phase zu tief schneidet und nicht rechtzeitig gefunden wird.
        Angst, das sie einen anderen Weg findet, sich das Leben zu nehmen, weil ihre Depression schlagartig zurück ist.
        Angst, das ihre Medikation aus irgendwelchen Gründen umgestellt werden muss, was wieder nur stationär geht und dann auch nur geschlossen, weil sie ohne Medikamente nicht in der Lage ist, sich zu kontrollieren.
        Angst, das sie wieder fixiert werden muss, um sie und andere zu schützen.
        Das macht auch viel mit ihr. Und erst recht mit mir.
        Hinzu kommt die lange Liste an Diagnosen, die auch bei ihr nur ein Label sind, um dem Kind einen Namen zu geben.

        Und jetzt habe ich noch eine Frage.
        Warum hast du das eine mijoni in Klammer und Fragezeichen versehen?
        LG, Steffi

        Gefällt 1 Person

      2. Liebe Steffi! Das zweite „Mijoni“ mit Klammern und Fragezeichen kam exakt DAHER: dass ich nicht genau wusste, wie du gerne angeredet werden möchtest. Da du nun mit „Steffi“ unterzeichnetest, gehe ich davon aus, dass es OK ist, dich in Zukunft so anzureden?

        Danke für deine liebe Antwort. 😊

        Es gäbe zu den ganzen Themen und zu den Kommentaren der Anderen eigentlich noch so unendlich viel zu sagen! Demnächst werde/muss ich daher z.B. unbedingt einen Folge-Artikel zum: „Verkopft sein“ schreiben (= darauf hast du mich gebracht, aber du hast da nichts an Kritik o.Ä. zu befürchten, keine Sorge).

        Um die Kommis hier aber nicht VÖLLIG mit Romanen zu sprengen, will ich nur noch darauf eingehen, dass du sagtest:

        „Auch merke ich, das viele Punkte, die ich als selbstverständlich ansehe, es für andere nicht sind. So wie der Punkt, den Klienten als Mensch im Ganzen zu sehen.“

        Da hast du (leider Gottes) absolut Recht. Den Klienten als Mensch im Ganzen zu sehen, ist für viele praktizierende TherapeutInnen wirklich keine Selbstverständlichkeit! Ich hatte ja auch nie so jemanden. Umso „tröstlicher“ zu wissen, dass du selbst das dermaßen verinnerlicht hast. 🌸

        Zu Mini und eurer Situation… Wie ich bei dir drüben bereits schrieb, stecke ich zu 0% in deiner Haut. Was ich verstehen kann ist, wie viel Angst du um Minis Leben hast, und hoffe daher sehr, dass Mini einen Therapeuten hat, mit dem sie sich gut fühlen kann und der sie sieht. Und ich hoff auch, dass du ganz bald irgendwo Rückhalt/Auszeit/aktive, konstante Unterstützung finden wirst. Selbst wenn das Einkaufen heute eher semi-erfolgreich war. 😟

        Ich wünsch dir einen entspannten Abend mit deinem Kaffee auf der Couch! VVN

        Gefällt mir

      3. Hallo Valentin,
        ist okay, wenn wir beim Vornamen bleiben. Mijoni ist halt mein Blogname und ich benutze meinen Namen nur, wenn ich mich auf dem Blog und seinem Verfasser „sicher“ fühle und damit auch die Anonymität aufhebe 😉
        Och, vor Kritik habe ich keine Angst. Sonst hätte ich auf deinen Kommentar doch gar nicht geantwortet 😉
        Ich finde Kritik, sofern sie angebracht ist, gut und gibt Gelegenheit sich und sein Verhalten zu überdenken und zu reflektieren. Ich finde das wichtig, weil man selbst ja für sich und seine Ausdrucksweise, Auftreten etc. eine „Betriebsblindheit“ entwickelt.
        Auf den von dir geplanten Beitrag bin ich gespannt und freu mich auch drauf, deine Sicht dazu zu lesen.
        Ja, schade, das viele Berufskollegen nur das „Problem“ an sich sehen und alles andere irgendwie abgeschnitten wird. Dagegen habe ich auch lange gegen ankämpfen müssen und zumindest bei Ergotherapeuten ist das inzwischen sowas wie ein Grundsatz. Der Mensch besteht aus mehr, als dem Problem, das ihn handicapt.
        Nun, was Mini angeht … Ich werde mich mal dran setzen und dazu mal einen Beitrag schreiben. Einen, der unter anderem den Rattenschwanz an Diagnosen enthält und das, was im Alltag zu den eigentlichen Auffälligkeiten führt.
        Das mit den Auszeiten wird sich jetzt einspielen, aber erst wenn der Lockdown aufgehoben wird, kann auch hier, das volle Potential ausgeschöpft werden.
        Och, das mit dem Einkaufen ist zwar doof, aber dafür darf sie morgen nochmal los und den Rest erledigen. Wenn schon, dann auch richtig 😉
        Der Abend wird nicht lang … Ich verkrieche mich gleich vor der Kälte 🙂
        Lass es dir, Euch, gut gehen 🍀
        Steffi

        Gefällt 1 Person

  9. Ach lieber Valentin, wie traurig und schwierig! Mir fiel da ein Satz meines früheren Therapeuten ein, dass bei mir/uns fünf Menschenleben nicht ausreichen würden, um alle Traumata aufzuarbeiten. Später meinte er mal, wir könnten inzwischen gut die Rollen tauschen, er Patient ich Therapeutin. Das KANN nicht das Ziel sein!!!
    Und wir sind weiß, (nur) IQ 136, ohne Mobbing- Vergangenheit und in einer sehr langen stabilen Ehe.
    Ich wünsche dir Menschen zur Seite mit emotionaler Intelligenz. So wie du selber schreibst: „Da konzentriere ich mich wirklich lieber darauf, mir mit all dem ein gutes Leben aufzubauen, was ich an Wissen, Ressourcen und sozialen Kontakten aller Art zur Hand habe.“
    Geh DEINEN Weg. Niemand kennt dich so gut, wie du selbst. Alles Liebe!

    Gefällt 1 Person

    1. Guten Morgen, ihr Lieben! Ich bin erschöpft, weil ich eben den längsten Antwortkommentar der Geschichte des Universums verfasst habe… Und auch erschöpft vom Inhalt. Siehe oben. Laaaang. Schwierig. Uff. 😱

      Dass „dass bei dir/euch fünf Menschenleben nicht ausreichen würden, um alle Traumata aufzuarbeiten“ glaube ich (daher) sofort und habe diesen Standpunkt auch exakt in besagtem Antwortkommentar vertreten- Mehrere Leben bräuchte man. 😟

      Und: nein. Den Therapeuten zu therapieren KANN NICHT DAS ZIEL SEIN!!! 😅

      (Ihn zu bilden letztlich ebensowenig. )

      Betreffs: „weiß, (nur) IQ 136, ohne Mobbing- Vergangenheit“… Es ist zum Glück kein Wettbewerb und wird es hoffentlich auch nie sein. Jeder von uns hat auf seine ganz eigene Art zu kämpfen. Umso wichtiger ist das Miteinander, und es ist schön, dass es das hier bei WP gibt. 😊

      Danke für die guten Wünsche, ich wünsch euch und eurem Mann auch – wie immer! – alles Liebe. Passt auf euch auf! Gute Besserung! VVN

      Gefällt 3 Personen

  10. Hallo Valentin,
    erstmal: Ich habe euch im ABO und da sind eure Posts angekommen 👍
    Und ausserdem: Aus eigener Erfahrung weiß ich das es Fluch und Segen ist intelligenter als andere zu sein. Da zieht es einen als Kind immer zu älteren hin. Und man ist oft alleine.
    Später ist es dann schwer bis unmöglich kompetente Beratung / Hilfe zu finden. Schön das wir trotzdem unsere Partner gefunden haben 🌈
    Ich wünsche dir einen angenehmen Start in die Woche.
    Liebe Grüße 😘
    Monika

    Gefällt 1 Person

    1. Fluch und Segen, in der Tat. Und kompetente Beratung und Hilfe? Eine absolute Seltenheit, wie du schon sagst! Ach, Mensch. 😟

      Aber ja, du hast deinen Mann und ich fand den 🐺. Das macht sehr viele Dinge sehr viel besser. 🌸

      Bleib warm, gesund und fröhlich, liebe Monika! VVN

      (In den Kreisen vom 🐺 bin ich auch auf Ewig das Nesthäkchen. Aber das ist OK.)

      Gefällt 1 Person

      1. Ich war in der Schule sogar als Legastenikerin eingestuft – weil mein Bruder einer war 😱
        Dabei war es mir in der 1. Klasse nur zu langweilig und weil ich nicht stören wollte habe ich vor mich hingeträumt und dann den Anschluss verpasst.
        Ab der 5. Klasse war ich dann Klassenbeste auf der Hauptschule, wollte aber die Schule nicht wechseln und machte da dann den Realschulabschluss mit Qualli fürs Gymnasium.
        Aber da hatte ich schon längst meinen Ausbildunfsvertrag in der Tasche. Kein Wunder – beim Einstellungstest hatte ich einen IQ von 140 der sich dann auch hielt.
        Halt die Ohren steif 😘

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s